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| 11:12 Uhr

Neue Arbeitsplätze für die Lausitz
Chef der Wirtschaftsregion sieht Umzug eines Ministeriums in die Lausitz kritisch

 Torsten K. Bork will mit der von den Landkreisen dominierten Wirtschaftsregion Lausitz eine treibende Kraft beim Strukturwandel in Brandenburg und Sachsen sein.
Torsten K. Bork will mit der von den Landkreisen dominierten Wirtschaftsregion Lausitz eine treibende Kraft beim Strukturwandel in Brandenburg und Sachsen sein. FOTO: Wirtschaftsregion Lausitz GmbH
Cottbus. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz (WRL) Torsten K. Bork begrüßt die Initiative der Brandenburger Landesregierung, zur Abfederung des anstehenden Strukturwandels Behörden des Landes in die Lausitz zu verlagern. Gleichzeitig aber kritisiert er die Art und Weise, wie ein erster Schritt dazu jetzt getan worden ist. Von Jan Siegel

Die Brandenburger Landesregierung hatte in der vorigen Woche überraschend auch für die Landtagsabgeordneten beschlossen, das Wissenschaftsministerium nach Cottbus umziehen zu lassen. Erstmals soll damit in Brandenburg mit dem Wissenschaftsministerium mit rund 150 Mitarbeitern ein Ressort aus der Landeshauptstadt Potsdam verlegt werden.

„Das ist ein mutiges Bekenntnis zur Lausitz und den Menschen hier“, sagte Bork der RUNDSCHAU. „Schließlich soll etwas kommen anstatt dass etwas verschwindet.“ Mit dem Aderlass von Betrieben, Institutionen und Menschen kenne sich die Lausitz nämlich seit mindestens dreißig Jahren aus. Der habe die Region viel Lebenskraft gekostet. „Niemand aber mag es, wenn über seinen Kopf entschieden wird, und wir als Lausitzer schon gar nicht“, sagt Torsten K. Bork. Zu oft seien die Menschen in Südbrandenburg in der Vergangenheit schon vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Der WRL-Chef hätte sich vielmehr eine Diskussion unter allen Beteiligten darüber gewünscht, ob es ein Ministerium sein muss und wenn ja, ausgerechnet das Wissenschaftsministerium.

„Als starkes und stimmigeres Signal hätten wir dabei eher ein Ministerium für Forschung, Innovation und Energie sehr begrüßt“, sagt Bork. Auch über andere Institutionen, wie etwa den Landesrechnungshof, hätte mit allen Betroffenen zuerst in Ruhe geredet werden müssen. Ein solcher Umzug habe nicht nur Einfluss auf die Arbeitsweise der Landesregierung und direkt auf die betroffenen Mitarbeiter. Auch für die Stadt Potsdam habe das beispielsweise Folgen, ist der WRL-Geschäftsführer überzeugt.

Gerade in einer Region, die gerade wieder lerne, der Politik zu vertrauen, gehe es darum, die Menschen nicht durch ein Hin und Her der Entscheidungen zu enttäuschen.