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| 19:32 Uhr

IHK-Jahresempfang
„Das industrielle Herz Brandenburgs schlägt in der Lausitz“

Jahresempfang der IHK Cottbus 2018 FOTO:
Cottbus. Wirtschaftsminister Albrecht Gerber verabschiedet sich beim Jahresempfang der IHK Cottbus von der Unternehmerschaft in Südbrandenburg. Von Jan Siegel

Unternehmer, Politiker und Verwaltungschefs aus dem Süden Brandenburgs haben sich am Donnerstagabend zum Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) in der Messe Cottbus zum IHK-Jahresempfang getroffen. Ehrengast des Abends war Brandenburgs scheidender Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD). Er hatte seinen Rücktritt aus persönlichen Gründen erklärt und gibt sein Amt am kommenden Mittwoch, 19. September, an den bisherigen Präsidenten der BTU Cottbus-Senftenberg Jörg Steinbach (parteilos) ab.

Gerber hatte sich in seiner Amtszeit stets stark gemacht für die Belange der Lausitz und so war sein Abschied in Cottbus auch ein emotionaler. „Hier in der Lausitz schlägt das industrielle Herz des Landes Brandenburg“, sagte er. Mehr als ein Viertel der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten arbeiteten im Süden Brandenburgs im verarbeitenden Gewerbe. In Brandenburg als Ganzes liege der Wert bei gerade mal 14 Prozent. „Das ist besonders beachtlich, wenn man bedenkt, wo wir in der Region gestartet sind. Vor nicht einmal 30 Jahren haben hier in der Lausitz noch mehr als neunmal so viele Menschen im Bergbau gearbeitet wie heute“, erinnerte Albrecht Gerber an die großen Umbrüche. Dass die Brüche nicht kleiner werden, daran ließ Peter Kopf keine Zweifel. Der Präsident der IHK Cottbus legte „Finger“ in die offenen Wunden des Brandenburger Unternehmertums.

Der Strukturwandel in der Lausitz werde von allen Firmen enorme Flexibilität fordern. „Bei den Strompreisen sind die Belastungsgrenzen für Unternehmen und Privathaushalte inzwischen erreicht, wenn nicht sogar überschritten“, sagte Peter Kopf. Bei allem Verständnis für die wichtigen Anliegen des Klimaschutzes: Die „Kohlekommission“ dürfe keine Entscheidungen treffen, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft weiter beeinträchtigen.

Als brennendes Thema nannte Kopf die Nachwuchssituation, die von einigen Firmen inzwischen als ihr „größtes Geschäftsrisiko“ beschrieben werde. Da gehe es um gute Schulen, aber auch ein modernes Einwanderungsgesetz, das den Firmen, die sich bei der Integration von Flüchtlingen engagierten, auch Planungssicherheit gebe.

Weitere Themen in Peter Kopfs Rede waren der Bürokratieabbau, der dringende Ausbau der Infrastruktur in der Lausitz und die Unterstützung kleiner und mittlerer Firmen bei der Digitalisierung.