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| 17:53 Uhr

Digitale Fernhilfe aus Cottbus
Da hat es eben „beng“ gemacht

Cottbus . Saubere Züge, Straßenbahnen, Busse und Tagebautechnik dank digitaler Fernhilfe aus Cottbus. Die beng-Fernhilfe-App macht Wartung, Pflege und Reparatur von Anlagen leichter und effektiver. Von Beate Möschl

Basis sind die Idee von Björn Engel, seinen Waschstraßenservice effektiver zu machen, und eine aus der BTU heraus entwickelte, mehrfach verschlüsselte Kommunikationstechnologie für die die Bravis International GmbH Cottbus die Rechte hat. Die Industrie- und Handelskammer (IHK)  Cottbus war mit ihrem Pilotprojekt „Wirtschaft digital“ der Geburtshelfer. So unendlich die Möglichkeiten der Digitalisierung erscheinen, so wenig erschlossen sind die möglichen Anwendungen in der Wirtschaft oft noch. Für zwei Cottbuser Unternehmen ist diese Lücke zu einem Glücksfall geworden. Sie bieten eine verblüffend simple Lösung zur Ferndiagnose von Maschinen und Anlagen an. Die Innovation  hat aus Sicht von Björn Engel, Inhaber und Geschäftsführer der beng Waschtechnik und Reinigungssysteme GmbH Cottbus,  und André Röhrig, Geschäftsführer des Cottbuser Software- und Systemhauses Bravis,  Weltmarkt-Potenzial.

 Das bestätigt auch Lothar Probst, Leiter des Projektes „Wirtschaft digital“ der IHK Cottbus bei der gemeinsamen Vorstellung der beng-Fernhilfe am Mittwoch in Kooperation mit Cottbusverkehr. Die beng Waschtechnik und Reinigungssysteme GmbH ist langjähriger Servicepartner der Cottbusverkehr GmbH. Deshalb kann das Unternehmen dort auch erstmals öffentlich anhand  eines nachgestellten Störungsfalls demonstrieren, wie die beng-Fernhilfe funktioniert. Sehr zur Freude aller klappt alles. Auch im wahren Leben ist das so, die ersten Kunden  nutzen das System, kann Björn Engel berichten. „So werden Kosten reduziert und die Umwelt geschont, da unnötige Fahrten entfallen.“

Weil er auf dem Markt  keinen Laden fand, wo er so eine Lösung kaufen konnte, habe er bei der IHK Cottbus  angeklopft  und über das  Projekt „Wirtschaft digital“ einen wichtigen Anstoß bekommen: Den Kontakt zur Bravis. Dank dessen hat es einfach „beng“ gemacht.

  Am verblüffendsten für Björn Engel ist, dass ein Cottbuser Unternehmen  seine Idee umgesetzt  hat. Schnell, einfach handhabbar  und   preiswerter  als   eine individuelle Softwareentwicklung.  Für den Tipp sei er der IHK Cottbus „äußerst dankbar“, sagt Engel und fügt an: „Ich kann jedem Unternehmen nur empfehlen, sich hier Rat zu holen.“

Björn Engel hat bereits die Vermarktung der beng-Fernhilfe-App und -Lizenz, als zweites Standbein, angeschoben. Sein Unternehmen ist spezialisiert auf Bau, Montage, Wartung, Pflege und Service von Waschanlagen für Großgeräte und Großraumfahrzeuge. Der Vertrieb der beng-Fernhilfe-App und der dazugehörigen Lizenzverträge soll auch den Softwarespezialisten Bravis noch bekannter machen.

„Als Software-Spezialisten haben wir nicht alle Anwendungsfälle im Blick, auf die Idee der Fernhilfe wären wir so nicht gekommen“, sagt Bravis-Geschäftsführer Andre Röhrig und fügt an: „Es lohnt sich, auch und gerade für kleine mittelständische Unternehmen, einfach bei uns anzuklopfen.  Die besten Ideen, wofür wir unsere Software einsetzen können, kommen von Kunden, die Lösungen für ihr Unternehmen suchen.“  Röhrig  betont eine weitere Besonderheit:  „Auf Basis unserer Bravis-Technologie, in Form einer Software-Bibliothek mit dem Namen ‚unite’, setzen wir die Lösung für den Kunden unter seinem eigenen Label um, so wie aktuell die beng-Fernhilfe.“

Die beng-Fernhilfe funktioniert per PC und App, ohne Server oder Daten-Cloud. Handelsübliche Smartphones genügen, um Livebilder und Snapshots zu übermitteln. Über die App melden sich die Teilnehmer an der Videokonferenz an, authentifiziert per PIN. Die Kommunikation zwischen dem Regieraum in Cottbus und den Anlagenbetreibern oder Servicetechnikern vor Ort in Köln, Freiburg, Rostock oder Berlin ist sicher Ende-zu-Ende verschlüsselt, egal wie viele Spezialisten dazu geschaltet sind. „Das Ganze ist einfach zu bedienen dank der App. Der Mechaniker oder Elektrotechniker vor Ort braucht nur noch einen Daumen, um sein Gegenüber im Regieraum der beng Waschtechnik und Reinigungssysteme GmbH in Cottbus zu erreichen“, schildert Röhrig.

„Das ist ein gelungenen Beispiel, wie ein regionales mittelständisches Unternehmen durch Digitalisierung neue Geschäftsmodelle entwickeln kann“, sagt Lothar Probst.. Elf Mitarbeiter beschäftigt die beng Waschtechnik und Reinigungssysteme GmbH. Für das neue Standbein, den Vertrieb der beng-Fernhilfe, hat Björn Engel gerade drei neue  Mitarbeiter eingestellt.