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| 19:32 Uhr

Bertelsmann-Tochter
Arvato will einen Standort in Cottbus schließen

Arvato schließt seinen Standort am Ostrower Damm in Cottbus. Foto: Arvato
Arvato schließt seinen Standort am Ostrower Damm in Cottbus. Foto: Arvato FOTO: Arvato
Cottbus. Die Bertelsmann-Tochter Arvato will sieben Standorte mit insgesamt 950 Mitarbeitern in Ostdeutschland schließen. 284 Menschen in Cottbus sind davon betroffen. Von Peggy Kompalla

Die Bertelsmann-Tochter Arvato will sieben Standorte mit insgesamt 950 Mitarbeitern in Ostdeutschland schließen. Zum 30. April 2019 will sich das Unternehmen von den Niederlassungen in Leipzig, Gera und Cottbus trennen. Zum 30. Juni 2019 sei die Trennung von Bereichen in Dresden, Halle, Magdeburg und Suhl geplant, teilte ein Sprecher des Kommunikationsdienstleisters am Dienstag mit.

In Cottbus ist nach Informationen des Unternehmens die arvato services Cottbus GmbH am Ostrower Damm von der Schließung und damit 284 Menschen betroffen.

Unternehmenssprecher Gernot Wolf erklärt gegenüber der RUNDSCHAU am Mittwoch: „Die Geschäftsführung des Unternehmens hat die Belegschaft des Servicecenters in Cottbus heute im Rahmen einer Betriebsversammlung persönlich über die entsprechende unternehmerische Entscheidung informiert und angekündigt, umgehend in Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen einzutreten, um einen Interessenausgleich und Sozialplan zu vereinbaren.“ Erklärtes Ziel des Managements sei es, sozialverträgliche Lösungen zu finden.

Hintergrund für die geplante Schließung ist demnach das sinkende Auftragsvolumen und damit die fehlende Wirtschaftlichkeit des Betriebes in Cottbus. „Insbesondere strukturelle Rahmenbedingungen wie Personalkosten, Produktivität, Größe und Abhängigkeit von einzelnen Auftraggebern führen dazu, dass eine wirtschaftliche Fortführung des Servicecenters in Cottbus leider nicht möglich ist“, erklärt der Sprecher.

Arvato CRM Solutions betreibt aktuell zwei Servicecenter in Cottbus sowie ein weiteres in Senftenberg. Zusammen arbeiten an diesen drei Standorten mehr als 1200 Mitarbeiter. In Cottbus erbringen sie Kundenkommunikationsdienstleistungen für Unternehmen aus den Branchen Telekommunikation, Versorgung, Online-Versandhandel.

Das Geschäft mit Facebook ist nach Arvato-Angaben von den geplanten Schließungen nicht betroffen. Für das US-Unternehmen tritt Arvato als Dienstleister auf und löscht mit eigenen Teams illegale Einträge wie Hass-Postings und Gewaltfotos. Die Gewerkschaft Verdi bezeichnete die geplanten Schließungen als skandalös.