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| 18:23 Uhr

Hotels profitieren
Filmfestival erfreut nicht nur Cineasten

Das Filmfestival in Cottbus freut nicht nur die Kino-Liebhaber, sondern auch die Hoteliers, die CMT und die Kneiper. Für sie sei die knapp einwöchige Veranstaltung unersetzbar, heißt es gleich von mehreren Seiten.
Das Filmfestival in Cottbus freut nicht nur die Kino-Liebhaber, sondern auch die Hoteliers, die CMT und die Kneiper. Für sie sei die knapp einwöchige Veranstaltung unersetzbar, heißt es gleich von mehreren Seiten. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Das osteuropäische Kinospektakel ist mittlerweile auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Stadt. Von Julian Münz

Cottbus in den überregionalen Schlagzeilen – das bedeutete im vergangenen Jahr nicht immer Gutes. Das in dieser Woche angelaufene 28. Cottbuser Filmfestival trägt hingegen wieder das positive Bild der Stadt in die Welt hinaus und erfreut damit auch touristische Anbieter und Hotelbetreiber der Stadt.

Nicht nur wegen der blauen Linie, die die verschiedenen Spielorte miteinander verbindet, ist das Festival in diesen Tagen in der Stadt kaum zu übersehen. Rund um die insgesamt fast 200 Filmvorstellungen herrscht Trubel in Cottbus. Die Straßen sind selbst nach den Filmen am Abend noch belebt, was im November auch in größeren Städten nicht selbstverständlich ist.

„Ein Alleinstellungsmerkmal für Cottbus“ sieht die Geschäftsführerin des CMT, Andrea Kerzel, im jährlich stattfindenden Filmfestival, das die Stadt über die Grenzen des Landes hinaus bekanntmache. Damit einher gehe auch ein Imagegewinn für die Stadt, der sich jeden November bemerkbar mache.

Tatsächlich stellte das Festival in den letzten Jahren mehrere Besucherrekorde auf, 21 000 Leute sahen sich 2017 die bunte Auswahl an osteuropäischen Filmen an. Für die diesjährige Ausgabe kann Andreas Stein, Geschäftsführer des Filmfestivals, noch keine Prognose über die Zuschaueranzahl abgeben. „Wir versuchen, dieses Niveau in den nächsten Jahren zu halten“, sagt er. Das Besucherpotenzial habe man aber in den letzten Jahren so gut wie möglich ausgeschöpft.

Die Vorteile, die das Filmfestival auch für Cottbus mitbringt, kennt der Geschäftsführer: „Das Filmfestival findet nur eine Woche statt, aber in dieser Woche passiert viel“, sagt Stein. Für das Festival kämen zahlreiche Gäste aus aller Welt in die Stadt, die sonst nicht nach Cottbus kommen würden. „Und diese machen ja auch etwas anderes als Filme gucken, gehen zum Beispiel hier einkaufen oder abends in die Bar“, argumentiert der Geschäftsführer.

Besonders freut dies auch die Restaurants und Hotels der Stadt, die kurz vor dem Weihnachtsgeschäft noch mal mit Extraeinnahmen rechnen können.

„Es erklärt sich von selbst, wenn man sieht wie viele Menschen abends durch Cottbus strömen“, beschreibt Olaf Schöpe, der Präsident des brandenburgischen Hotel- und Gaststättenverbands den Wert des Filmfestivals für die Gewerbetreibenden. „Gerade die Innenstadtgastronomie profitiert stark davon“, so der Gastronom. Schließlich bringe das Filmfestival viele neue Menschen in die Stadt, die auch mehrere Tage blieben. „Und auch in der einen oder anderen Kneipenkasse wird es dank der Besucher in diesen Tagen klingeln“, so Schöpe.

„Kurzgesagt: Das Filmfestival bringt uns ein ausgebuchtes Hotel“, sagt auch Frank Ulrich, der Leiter des Sorat-Hotel Cottbus über die Veranstaltung. Seit Jahren arbeitet das Hotel schon mit den Machern des Filmfestivals zusammen, viele der Medienschaffenden, die ihre Filme in Cottbus präsentieren, kommen im Sorat-Hotel unter. Die Zimmer, die das Hotel dafür anbietet, werden dabei regelmäßig ausgeschöpft. „Das Filmfestival ist ein Leuchtturm der Stadt. Diese jährlichen Highlights muss man gut pflegen“, so der Hoteldirektor.

Ein weiterer Partner des Festivals, das Lindner Hotel Congress direkt neben der Stadthalle, ist zur Filmfestival-Zeit ebenfalls wieder ausgebucht, wie Hoteldirektor Michael Fehrmann erzählt. Abseits der beruflichen Gäste sieht er das Cottbuser Filmfestival aber trotzdem noch nicht als großen Tourismusmagneten: „Ich habe den Eindruck, dass abseits der Filmschaffenden nur wenige Leute von weiter weg nach Cottbus kommen“, so der Hoteldirektor. Trotzdem ist die Veranstaltung auch für ihn nicht zu ersetzen: „Für uns ist das Filmfestival wirklich ein Segen“, sagt Fehrmann. Schließlich sei das Hotel durch die Veranstaltung in einer Zeit, in der wenige Urlaub machen, überdurchschnittlich gut belegt. Und auch für den Handel seien die Gäste wichtig: „Wenn es das nicht mehr gäbe, wäre es ein richtiger Schaden für die Stadt.“