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| 18:27 Uhr

Peitzer Geschichte
„Wir waren auch mal Tuchmacherstadt“

Peter Kutics (l.) sprach  über Peitzer Denkmäler. Gemeinsam mit dem Schatzmeister des Historischen Vereins zu Peitz, Uwe Ackermann, fachsimpelten sie noch nach dem Vortrag.
Peter Kutics (l.) sprach über Peitzer Denkmäler. Gemeinsam mit dem Schatzmeister des Historischen Vereins zu Peitz, Uwe Ackermann, fachsimpelten sie noch nach dem Vortrag. FOTO: Marion Hirche
Peitz . Peter Kutics spricht über Peitzer Denkmäler. Von Marion Hirche

Die Vortragsreihe des Historischen Vereins zu Peitz wurde am Wochenende fortgesetzt. Vereinsmitglied Peter Kutics sprach über  bedeutende ausgewählte Peitzer Denkmäler. „Ich bin schon seit einigen Jahren  Stadtführer in Peitz und meine Gäste staunen immer, wie viele interessante Gebäude es hier gibt. Deshalb habe ich mir gedacht, dass ich das  Wissen auch an  die  Einwohner der Stadt und der Region weitergeben sollte“, begründete Kutics die Entscheidung für seinen Vortrag. Außerdem zeigte er den rund 30 Zuhörern  ein Buch  über  Denkmäler in Brandenburg: „Hier sind die  Denkmale erwähnt, über die ich heute sprechen will.“

Zum Auftakt informierte der Referent über die Peitzer Festung, von der heute   kaum noch etwas erhalten ist.  „Wir wissen aber, wie die Festung um 1758 aussah, ein Modell steht bei uns im Vereinshaus.“ Am Bild des Festungsturmes beschrieb er  ziemlich genau, wie sich der Turm im Verlauf der Jahre seit seiner Fertigstellung 1562  verändert hat und zeigte das auch anhand des Bildes des heutigen Turmes. Kutics wusste auch von der Tafelstube zu berichten, die sich auf der Seite der kurfürstlichen Gemächer befanden. Heute ist das Gebäude abgerissen und ein Hochzeitsgarten entsteht. „Die Tafelstube war der größte Saal der Region und  Adlige, die  ein großes Fest ausrichten wollten, mieteten sich hier ein.

 Im Zusammenhang mit der Malzhausbastei, sie war eine der vier Basteien der Peitzer Festung, räumte er mit einem  Fehler in der Geschichtsdarstellung auf: „Die Stadt Peitz hatte nur zwei Zugangstore, das Lieberoser Tor und das Cottbuser Tor. Das oft zitierte Gubener Tor gab es nie.“ Kutics  visualisierte die Malzhausbastei und  berichte von drei  Dreipfünderkanonen, die hier postiert waren. Der Referent sprach auch über das Wetzmann-Haus am Markt.  Das Gebäude  gehörte Michael Wetzmann, der 1610  durch seine Initiative, den Stadtbrand mit Bier zu löschen, das Wasser war eingefroren, das völlige Abbrennen der Stadt verhinderte. Für diese Tat bekam er  Steine geschenkt, mit denen er das Haus baute. „ Hier gibt es  nicht nur das besondere Sitznischenportal, sondern auch einen Flüsterbogen, wie es zum Beispiel bei einem Marktgebäude in Görlitz gibt.“

Die Zuhörer erfuhren, dass Peitz  durch den Aufschwung der hier vorhandenen Tuchindustrie sich rasant entwickelte, in dem Zusammenhang auch ein für das  19. Jahrhundert hochmodernes Amtsgefängnis bekam: „Die Trocken- und Spülzelle und die große Wohnung für den Gerichtsdiener waren zu damaliger Zeit viel besser als zum Beispiel im Gefängnis in Cottbus“.

Beim Vortrag ging es auch um das  Amtshaus, um das Gut Luisenruh, das Rathaus und um die Peitzer Kirche. Am Ende ist jedem klar, dass es in der  Fischerstadt  vieles Besonderes zu entdecken gibt. Peter Kutics kündigte an, über weitere Denkmäler referieren zu wollen.  Marietta Stecklina aus Peitz meinte: „Ich habe vieles, was ich heute gehört habe, schon gewusst. Aber gerade die Zahlen vergisst man ja immer wieder und da war der heutige Abend schon richtig gut, um  Wissen zu festigen.“ Eberhard Ruhe aus Jänschwalde betonte: „Das war sehr informativ für uns, so tiefgründig wusste ich nicht Bescheid.“

Am 23. März geht es in der Vortragsreihe des Historischen Vereins zu Peitz dann um Peitzer Schankstuben. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Bedum-Saal.