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"Wir nutzen den Schwung des Walzerkönigs"

Gleich nach diesem Adventskonzert in der Cottbuser Oberkirche hat das Blasorchester Cottbus mit seinem künstlerischen Leiter Markus Witzsche Kurs auf Frühling genommen: Am 3. April spielt der Klangkörper in der Theaterscheune.
Gleich nach diesem Adventskonzert in der Cottbuser Oberkirche hat das Blasorchester Cottbus mit seinem künstlerischen Leiter Markus Witzsche Kurs auf Frühling genommen: Am 3. April spielt der Klangkörper in der Theaterscheune. FOTO: boc
Das Blasorchester Cottbus hat viele Freunde, weil es aus einem wunderbar breiten Repertoire schöpfen kann. Zum Frühlingskonzert am 3. April in der Theaterscheune in Ströbitz wird das erneut bewiesen: Das Programm reicht von den Frühlingsstimmen des Walzerkönigs Johann Strauß über ein Udo-Jürgens-Medley bis zu Antonin Dvoraks Lied an den Mond aus der Oper "Rusalka". Die RUNDSCHAU sprach mit Lothar Naglatzki, Vorsitzender des Orchestervereins, auch über die Nachwuchssuche und das Jahresprogramm.

Lothar Naglatzki, 52 Jahre wird das Blasorchester in diesem Jahr und das Frühlingskonzert hat Tradition. Ist es nicht schwer, dafür immer wieder ein neues Programm zu entwickeln?
Ach, der Frühling, das Erwachen, das Aufbrechen überall findet sich in so vielen Kompositionen quer durch die Musikrichtungen. Im Frühlingsstimmenwalzer von Johann Strauß nutzen wir den Schwung des Walzerkönigs. Aber auch die Morgenstimmung von Edvard Grieg ist etwas für unser Frühlingskonzert, weil es das Beginnen beschreibt.

Kommt Ihr musikalischer Leiter Markus Witzsche nach dem letzten Adventskonzert mit 20 Titeln in die Probe und das Orchester stimmt dann ab?
Da wir alle mit offenen Ohren durchs Leben laufen, unsere Vorlieben haben und zum Teil auch noch in weiteren Formationen spielen, kommen Vorschläge von allen Seiten. Das Frühlingskonzert mit dem Vorspiel aus George Bizets Oper "Carmen" zu starten, war zum Beispiel ein Vorschlag aus dem Vorstand. Aber unser musikalischer Leiter bringt natürlich schon sehr konkrete Vorstellungen mit. Und es ist wichtig, neben bewährten Stücken aus unserem Repertoire auch immer mal wieder etwas Neues auszuprobieren.

Was wird im Frühlingskonzert am 3. April gewagt?
Die Sopranistin Irina Epinger ist dabei. Sie war im instrumental- und gesangspädagogischen Studiengang in Cottbus eine Kommilitonin von Markus Witzsche und wollte einfach mal etwas mit unserem Orchester erarbeiten. Sie wird als Hanna aus Franz Lehárs Operette "Die lustige Witwe" das Vilja-Lied und aus der Oper "Rusalka" das Lied an den Mond singen. Und Herbert Witzsche und Hartmut Gropper übernehmen die Soloparts im Posaunistenflirt von Walter Schneider-Argenbühl.

Wie andere Vereine freut sich auch das Blasorchester über Neuzugänge. Bei Ihnen sitzen viele junge Leute an den Instrumenten. Wie gelingt das?
Über eine Vereinbarung mit dem gesangs- und instrumentalpädagogischen Studiengang der BTU Cottbus-Senftenberg gelingt uns das: Wir dürfen Räumlichkeiten am Sachsendorfer Campus für die Proben nutzen. Im Gegenzug können sich die Studenten bei uns ihren Schein für das Orchesterspiel sichern. Das brachte uns gerade wieder zwei neue Flötisten und einen Trompeter aus dem ersten Studienjahr. Zudem sind zwei ehemaliger Orchestermitglieder zurückgekehrt. Sie haben uns im Vorjahr bei einem Konzert erlebt und einfach wieder Lust bekommen: eine Klarinettistin und ein Baritonspieler. Jüngster Neuzugang aber ist eine Schülerin aus Weißwasser. Eine unserer Klarinettistinnen unterrichtet das Mädchen und hat sie mitgebracht.

Und Ihr ältester Mitstreiter?
Das ist mit 70 Lenzen Herbert Witzsche. Gerade durch diese Alterspanne von 16 bis 70 Jahren macht die Orchesterarbeit so viel Spaß. Die Jungen lernen von den Alten und wir Alten durchaus auch von den jungen Musikern.

Wo brauchen Sie denn noch ganz dringend Mitspieler?
Einen festen Schlagzeuger haben wir noch immer nicht gefunden. Benötigen wir einen, was öfter vorkommt, müssen wir ihn ausleihen. Schlagzeuger wollen eher in die Unterhaltungsmusik, in Bands. Auch über jeden weiteren Bläser, jede weitere Bläserin freuen wir uns - ob Klarinette, Horn, Tuba, Posaune oder Flöte. Mir ist es lieber, wir können Stimmen doppelt besetzen.

Wo können Musikfreunde das Blasorchester in diesem Jahr noch erleben?
Bei 20 Jahren Orgelweihe in Peitz am 22. Mai sind wir dabei, beim Cottbuser Stadtfest am 19. Juni und beim Heimat- und Trachtenfest im August in Burg. Und Tradition haben wie die Frühlingskonzerte die Adventskonzerte. Und wo wir als großes Orchester zu viele sind, spielen unser Bläserquintett oder das Saxofonquartett.

Mit Lothar Naglatzki

sprach Annett Igel-Allzeit

Das Frühlingskonzert des Blasorchester Cottbus wird am Sonntag, 3. April, um 16 Uhr in der Theaterscheune des Staatstheaters in der Ströbitzer Hauptstraße 39 beginnen.