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„Wir haben endlich eine lebendige Gärtnerei“

Cottbus.. Eine Behinderung muss kein Handikap sein, nicht einmal im Berufsleben. Davon überzeugten sich kürzlich Multiple-Sklerose-Betroffene aus Zielona Góra im Branitzer Park, die noch bis zum kommenden Mittwoch auf Cottbus-Besuch sind.

Die Stiftung Park und Schloss Branitz arbeitet bereits seit 2001 mit den Behindertenwerkstätten „Hand in Hand“ zusammen. „Angefangen haben wir mit sechs Mitarbeitern, heute sind es 18“ , sagt Elke Seidel. Die Mitarbeiter pflegen den Park, unterhalten das Gewächshaus und arbeiten in einer Stuhlflechterei. Außerdem werden in der Töpferwerkstatt Tonarbeiten gefertigt - auch nach Pücklerschen Vorlagen. Die Produkte können im Oberhaus gekauft werden. „Die Besucher verstehen mehr und mehr, dass der Park auch von Behinderten gepflegt wird“ , so Matthias Zickora, Verwaltungsdirektor der Stiftung. Diese Normalität sei das Ziel. So werden die Wege, das Grabensystem, die Wiesen und die Pyramiden von den Mitarbeitern der Behindertenwerkstätten gepflegt. „Dabei kommen wir auf ein Pflegevolumen von 25 000 Euro im Jahr“ , erklärt Zickora. Parkleiter Andreas Pahl ist ein anderer Aspekt wichtig: „Wir haben endlich eine lebendige Gärtnerei.“ Die polnischen Besucher waren beeindruckt und inspizierten die Werkstätten im Park. Das Treffen zwischen den polnischen und deutschen MS-Betroffenen organisierte Irena Wawrzyniak, Behindertenbeauftragte der Stadt. (pk)

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