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"Wir haben alles gemacht"

Günter Käso und Ernst Burke (r.) blättern in der Chronik von Glinzig, die zum Ortsjubiläum 2015 veröffentlicht wurde.
Günter Käso und Ernst Burke (r.) blättern in der Chronik von Glinzig, die zum Ortsjubiläum 2015 veröffentlicht wurde. FOTO: Hirche/jul1
Glinzig. Ernst Burke und Günter Käso aus Glinzig saßen am Jahresanfang bei einer Flasche Bier zusammen und ließen noch einmal ihre Feuerwehrkarriere Revue passieren. Im Dezember haben sie aus den Händen von Spree-Neiße Landrat Harald Altekrüger die Medaille für treue Dienste in der Feuerwehr in Gold für 60-jährige Zugehörigkeit bekommen. jul1

In den 60 Jahren haben sie gemeinsam viel erlebt.

Ernst Burke und Günter Käso sind schon zusammen zur Schule gegangen: "Ab der fünften haben wir zusammen bis zur achten Klasse gelernt. Danach war unsere Schulzeit vorbei." Als 19-Jährige sind sie gemeinsam in die Feuerwehr gegangen. "Wir wurden gefragt und hatten Lust dazu", ist von Ernst Burke zu erfahren. Damals spielten die jungen Männer auch Fußball, waren Mitglied im Glinziger Sportverein. "Wir haben damals alles gemacht. Das war eben so", erinnert sich Günter Käso. Mit von der Partie war da auch sein Bruder Konrad, der heute in einem Pflegeheim lebt, aber die Feuerwehrmedaille ebenfalls bekam. Der Elektriker und der Stellmacher haben für die Feuerwehr gelebt. "Wir haben das Gerätehaus gebaut, wir haben die Feste im Dorf organisiert und wir haben natürlich die Brände gelöscht" erinnern sich die beiden Kameraden noch lebhaft. Beide erinnern sich noch an den großen Scheunenbrand bei Kappa 1954. Da waren sie noch Zuschauer, die dann mit anfassen durften. Dieses Erlebnis diente der Beförderung ihrer Entscheidung für die Feuerwehrmitgliedschaft. Da war auch der Brand in Nagorkas Haus: "Das war im Herbst 1990, da hatten wir schon Wasser aus der Leitung", erinnert sich Ernst Burke. Von 1964 bis 1968 war er in Glinzig Wehrleiter. Sein größter Feuerwehrerfolg sind aber die Frauen. Er leitete die Frauengruppe der Glinziger Blauröcke, die Ende der 80er Jahr sehr erfolgreich bei Feuerwehrwettkämpfen war. Günter Käso war von 1981 bis 1992 Wehrleiter. Auch in dieser Zeit verbesserte sich die materielle Basis der Feuerwehr nicht besonders. "Als wir in die Feuerwehr kamen, hatten wir nur Tanklöschhänger. Wenn es zum Einsatz ging, dann haben wir den Hänger per Hand gezogen oder mit unserem einzigen Traktor. Später, zu LPG-Zeiten, hatten wir dann immer einen Traktor zur Verfügung. Heute hat die Glinziger Wehr ein eigenes Fahrzeug, einen B 1000", erklärt Ernst Burke, dessen Sohn Karsten heute der Glinziger Ortswehrführer ist. Noch in diesem Jahr sollen die Glinziger ein neues moderneres Feuewehrauto bekommen, eins von der Feuerwehr Klein Gaglow. Ernst Burke und Günter Käso sind froh, dass sie heute zur Ehrenabteilung der Feuerwehr gehören. "Es ist schwer, heute Chefs zu finden, die ihre Mitarbeiter zu Feuerwehreinsätzen gehen lassen. Als Feuerwehrmitglied musst du heute viele Schulungen besuchen, damit man an den Einsätzen teilnehmen kann. Da sind wir froh, dass wir aus dem aktiven Dienst raus sind." Beide sind aber mächtig stolz, dass sie bis heute durchgehalten haben: "Es war immer schwierig, Nachwuchs für die Feuerwehr zu finden, aber wir haben es immer geschafft". Mit einem Augenzwinkern verraten die beiden: "Wir waren froh, wenn wir zum Einsatz konnten, da gab's wenigstens Abwechslung".