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| 02:41 Uhr

Windpark Jerischke wird konkret

An einem Tisch in der Forster Stadtverwaltung können Bürger die Pläne für den Windpark einsehen.
An einem Tisch in der Forster Stadtverwaltung können Bürger die Pläne für den Windpark einsehen. FOTO: bob
Forst/Döbern. Mit 20 Windkraftanlagen im Wald soll an der deutsch-polnischen Grenze zwischen Forst und Döbern ein riesiger Windpark entstehen. Anders als andere Vorhaben in der Region ist die Fläche seit Jahren in Planung. Nun wird es konkret: Die Pläne liegen bis Ende Mai in Verwaltungen der Region aus. Anwohner und Bürger können dort sehen, was konkret in ihrer Nähe geplant ist – und ihre Einwendungen formulieren. Bodo Baumert

In der Amtsverwaltung in Hornow oder im Stadthaus in der Cottbuser Straße in Forst liegen die Planungsunterlagen für den Windpark Jerischke derzeit aus. Mehrere Ordner mit Gutachten, Pläne und viele Zeilen Behörden-Deutsch erwarten den Besucher dort noch bis zum 25. Mai. Was sind dahinter verbirgt, hat es in sich.

20 Windkraftanlagen vom Typ Vestas V 112 sollen in das Waldgebiet zwischen Jerischke und der Autobahn A 15 südlich von Bademeusel gebaut werden. Die Maschinen haben eine Nabenhöhe von 140 Metern, einen Rotordurchmesser von 112 und eine Gesamthöhe von 196 Metern.

Im Vorfeld hatte das Vorhaben bereits für große Diskussionen in der Region geführt. Eine Bürgerinitiative hat sich in den angrenzenden Ortschaften gegründet. Auch im Forster Stadtteil Bademeusel sind die Anwohner besorgt. Das Interesse an den Planungsunterlagen allerdings ist noch begrenzt. Bis zum Freitag hat sich etwa in Forst erst ein interessierter Bürger die Unterlagen angesehen und sich in die Liste eingetragen.

Ausgelegt wurden die Papiere vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Dort läuft das Genehmigungsverfahren nach Vorgaben des Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSch). Die jetzt ausliegenden Pläne wurden im Oktober vergangenen Jahres geändert, weshalb die Auslegung erst jetzt erfolgt. Eigentlich war die Fläche für den Windpark unter der Bezeichnung Bahren-West bereits 2007 im Teilregionalplan für die Windkraftnutzung in der Region. Nachdem dieser Plan der Regionalen Planungsgemeinschaft Spreewald-Lausitz allerdings vom Oberverwaltungsgericht gestoppt worden war, musste ein neuer Teilregionalplan erarbeitet werden, der derzeit noch im Erörterungsverfahren steckt. In den bisherigen Planungen ist die Fläche allerdings erneut enthalten.

Lediglich die Grenzen wurden leicht verändert, was dazu führte, dass auch die Standorte der Windkraftanlagen neu festgelegt werden mussten. Die Bundeswehr hatte eine Beeinträchtigung ihrer Radaranlage auf dem hohen Berg in Döbern befürchtet. "Nach Absprache mit der Bundeswehr haben wir die Zahl der Anlagen von 27 auf 20 reduziert", bestätigt Christoph Markl-Meider, Sprecher der Firma Ostwind, die den Windpark bauen will.

Das Amt Döbern-Land hat sich für die Planungsfläche ausgesprochen. Auch die Gemeindevertretung hat zugestimmt. Nun haben die Bürger das Wort. "Einwendungen gegen das Vorhaben können während der Einwendungsfrist bis einschließlich 6. Juni schriftlich erhoben werden", teilt das LUGV mit. Alle bei den auslegenden Verwaltungen eingehenden Hinweise werden geprüft. Bei einem Erörterungstermin am 25. September sollen die Einwendungen dann im Sport-Casino in Döbern beraten werden.

Wenn das LUGV den Plänen zustimmt, könnte noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden. Die Inbetriebnahme ist laut den Planungsunterlagen für den November 2014 vorgesehen.