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| 06:52 Uhr

Höchste Warnstufen in der Region
Wind facht Waldbrände in der Lausitz an

 Am Dienstagmittag brannte ein zwei Hektar großes Wald- und Moor-Areal zwischen Friedrichshain und Reuthen.
Am Dienstagmittag brannte ein zwei Hektar großes Wald- und Moor-Areal zwischen Friedrichshain und Reuthen. FOTO: Detlef Bogott
Cottbus. Hohe Temperaturen und lange Trockenheit: Die Waldbrandgefahr in der Lausitz ist so hoch wie lange nicht. Am Dienstag brannten mehrere Hektar in der Region.

Die Waldbrandgefahr in Brandenburg bleibt sehr hoch. Das liegt auch am starken Wind, der Feuer nach Angaben der Feuerwehr noch anfacht. Im ganzen Land gilt die Waldbrandwarnstufe fünf.

Besonders die Lausitz ist betroffen

Bei Friedrichshain (Spree-Neiße) standen am Dienstag laut Leitstelle rund zwei Hektar Fläche in Flammen. Die etwa 40 Einsatzkräfte hätten den Brand unter Kontrolle gebracht, hieß es am Abend. Unweit waren bereits Montagnacht 4,5 Hektar Fläche in Brand geraten. Bis zum frühen Morgen war das Feuer gelöscht.

Waldbrand bei Friedrichshain FOTO: Bogott Detlef

In Gorden (Elbe-Elster) brannten am Dienstag ebenfalls rund zwei Hektar Wald.

Bei Calau wurde am Abend ebenfalls Alarm ausgelöst, eine alte Brandstelle am Cabeler Berg ist wieder aufgeflammt. Das Feuer aber schnell unter Kontrolle.

Südlich von Neustadt/ Dosse (Ostprignitz-Ruppin) brannte am Dienstagvormittag ein Waldstück auf einer Fläche von bis zu 3000 Quadratmetern. Etwa 30 Einsatzkräfte seien vor Ort, wie eine Feuerwehrsprecherin mitteilte. Der Brand sei unter Kontrolle.

Schon 40 Waldbrände

Von Gründonnerstag bis Dienstagfrüh habe die Feuerwehr damit bereits drei große und rund 40 kleinere Waldbrände in Brandenburg gelöscht, sagte Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel. Bei Jüterbog waren am Montagnachmittag vier Hektar in Brand geraten. Zuvor hatten zwei Hektar bei Nassenheide gebrannt. Die Brandursachen würden in allen Fälle noch ermittelt, ergänzte Engel. Viele Kommunen hätten aus Sicherheitsgründen auf Osterfeuer verzichtet.

 Waldbrand Theisa
Waldbrand Theisa FOTO: Jens Berger

Im Landkreis Bautzen gab es allein während der Osterfeiertage sechs Waldbrände.

Betreten verboten in Lausitzer Wäldern

In Teilen Sachsens herrschte am Dienstag sehr hohe Waldbrandgefahr. In den nördlichen Regionen der Kreise Nordsachsen, Meißen, Bautzen und Görlitz galt am Dienstag laut einer Gefahrenkarte des Staatsbetriebs Sachsenforst die höchste Warnstufe 5. Von der Dübener Heide bis hin zur Muskauer Heide sollten vorerst keine Wälder mehr betreten werden.

 Höchste Waldbrandgefahr in der Region
Höchste Waldbrandgefahr in der Region FOTO: dpa / Jan Woitas

Sandstürme statt Regenschauer

Der momentan starke Wind könne kleinere Feuer anfachen, sagte eine Sprecherin in Potsdam. Angekündigte Regenschauer konnten hingegen am Dienstag wenig helfen. Teils erreichten die Niederschläge nicht einmal den Boden. Stattdessen trieb der Wind die trockenen Böden auf und sorgte für in einigen Orten für „Sandstürme“.

 "Sandsturm" bei Werben. Leserfoto von Lisa Groschischka
"Sandsturm" bei Werben. Leserfoto von Lisa Groschischka FOTO: Lisa Groschischka

Staubwolken überm Tagebau

Anwohner des Tagebaus bei Welzow Süd beklagten sich zudem über die hohe Staubbalsteung aus dem Tagebau. „Durch Trockenheit und Ostwind kommt es zu diesen seltenen extremen Witterungsereignissen. Leider können das selbst die etablierten Staubschutz-Maßnahmen (Grünschutzstreifen, Zwischenbegrünung, Befeuchtung von Wegen und Arbeitsflächen, Sprühlanzengalerie) nicht ganz verhindern“, erklärte der Betreiber Leag daraufhin via Twitter.

Brandenburg gilt als das am stärksten durch Waldbrand gefährdete Bundesland in Deutschland. Der Boden ist vielerorts besonders sandig und es gibt einen hohen Anteil von Kiefernwäldern.

Kiefern als Waldbrandgefahr

Kiefernbestände seien gefährdeter, denn Nadelhölzer trockneten mehr aus, sagte Engel. Zudem hätten die ätherischen Öle und Harze der Nadeln eine hohe Brennbarkeit. Auch durch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg, die in Brandenburger Wäldern noch häufig liege, können laut Engel Brände ausgelöst werden. Phosphorpatronen etwa, die noch im Boden lägen, seien nach wie vor leicht entzündbar.

Im vergangenen Jahr hatte es in Brandenburg wegen der langen Trockenheit viele große Brände gegeben. Seit Jahresanfang waren es bereits rund 20. Die Feuerwehren haben sich darauf eingestellt.

Der Deutsche Feuerwehrverband warnte davor, brennende Gegenstände in die Natur zu werfen, beispielsweise Zigarettenstummel. Zudem sollte das Auto nicht mit laufendem Motor auf Wiesen oder trockenen Feldern stehen. Gegrillt werden sollte nur an dafür ausgewiesenen Plätzen.

(bob)