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Wilhelm Bode

Es gibt Menschen, die sich in der Gegnerschaft zum Hitler-Regime hervortaten, von denen wir nur Weniges wissen. Zu ihnen gehört der Sozialdemokrat und Gewerkschaftsaktivist Wilhelm Bode. Der am 23.

April 1886 im thüringischen Mühlhausen Geborene war seit 1919 Schlosser in den Zentralen Eisenbahnwerkstätten Cottbus und arbeitete in der Eisenbahnergewerkschaft. Bekannt ist, dass er zum Mitglied des Hauptvorstandes der IG Eisenbahn gewählt wurde.
In dieser Eigenschaft knüpfte und hielt er während der braunen Jahre Kontakte zu emigrierten Gewerkschaftern, besonders zu solchen, die nach 1933 in Amsterdam und in Bilbao Zuflucht gefunden hatten. Diese Verbindungen, die zu internationalen Aktionen gegen den deutschen und spanischen Faschismus beitragen sollten, wurden ihm zum Verhängnis. Beim Einmarsch der Wehrmacht in die Niederlande wurden Aufzeichnungen von ihm bei verhafteten deutschen Emigranten gefunden.
Am 14. Juni 1940 wurde er in Cottbus verhaftet und wegen Hochverrat zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. In Brandenburg-Görden wurde er eingesperrt, doch von dort kehrte er nicht nach Cottbus zurück, auch von anderswo gab es kein Lebenszeichen. Datum und Ursache seines wahrscheinlichen Todes sind bis heute unbekannt.
Einem Vorschlag des Cottbuser Antifa-Ausschusses vom 21. April 1946 wurde von den Stadtverordneten drei Tage später zugestimmt und eine Straße im Norden von Cottbus mit seinem Nachnamen benannt. Die Nazis rächten sich nach ihrer Sippenhaftordnung an seinem Sohn: Dieser wurde in ein Strafbataillon an die vorderste Front versetzt und kam ums Leben. (hhk)