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| 17:59 Uhr

Wilde Spekulationen um tote Ägypterin in Cottbus

Die Diskussionen um den Tod der ägyptischen Studentin vor der Cottbuser Stadthalle haben eine neue Dimension angenommen.
Die Diskussionen um den Tod der ägyptischen Studentin vor der Cottbuser Stadthalle haben eine neue Dimension angenommen. FOTO: Michael Helbig/mih1 (Michael Helbig/mih1)
Cottbus. In sozialen Netzwerken laufen die Gerüchte über den tragischen Unfalltod einer ägyptischen Studentin in Cottbus heiß. Ausgeteilt wird in alle Richtungen, Fakten gelten kaum. Peggy Kompalla

Nach dem tödlichen Unfall einer ägyptischen Studentin vor der Stadthalle in Cottbus haben sich in den vergangenen Tagen bundesweit die Medienberichte überschlagen. Ausgelöst wurden sie durch einen Bericht in der RUNDSCHAU. In dem schildert eine Zeugin, dass das schwer verletzte Unfallopfer von Umstehenden verhöhnt wurde. Die ausländerfeindlichen Sprüche kamen demnach von den Beifahrern des Unfallautos.

Doch in der Wiedergabe der Ereignisse in Cottbus wurde in einigen Medien aus dem tragischen Unfall plötzlich ein Hassverbrechen, unter anderem auch in einer englischsprachigen ägyptischen Internetzeitung. Das heizt wiederum die Diskussion in sozialen Netzwerken an, die sich an vielen Stellen längst von jeglichen Fakten gelöst hat und immer wieder von neuerlichen Behauptungen befeuert wird. Diese werden oft genug durch die persönlichen politischen Einstellungen der Internetnutzer getrieben und munter geteilt.

Die RUNDSCHAU beteiligt sich nicht daran. Bislang ist laut Polizei nur so viel sicher: Die junge Frau trat gegen 0.30 Uhr aus einer Gruppe heraus plötzlich auf die Berliner Straße an der Haltestelle vor der Stadthalle. Das Auto konnte nicht rechtzeitig bremsen. Der Fahrer war nüchtern. Den Unfallhergang haben weder die Zeugin, noch die RUNDSCHAU kommentiert oder gar darüber spekuliert. Die ausländerfeindlichen Äußerungen sind der Zeugin zufolge nach dem Unfall gefallen, jedoch nicht vom Fahrer selbst.

In den sozialen Netzwerken werden nicht nur die Medien allgemein als Lügenpresse diffamiert, sondern es wird auch versucht, die Zeugin in Misskredit zu bringen, die angeblich alles nur erfunden haben soll. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage erklärt Oberstaatsanwalt Horst Nothbaum jedoch, dass die Zeugin ihre Aussagen gegenüber den Ermittlern bestätigt hat.

Die Staatsanwaltschaft untersucht neben dem Unfallhergang auch den Vorwurf der Volksverhetzung und Beleidigung. "Die Ermittlungen dazu sind erst angelaufen", so der Oberstaatsanwalt.