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| 18:30 Uhr

Cottbuser Jubiläum
Als die Oberkirche ihre Haube bekam

Vor 30 Jahren bekam die Oberkirche Cottbus ihre Haube aufgesetzt FOTO:
Cottbus. Die größte Kirche der Niederlausitz war am 22. April 1945 zerstört worden. Vor 30 Jahren wurde der Wiederaufbau abgeschlossen.

Für die Cottbuser Oberkirche folgt Jubiläum auf Jubiläum.  Nach „500 Jahre Reformation“ im vergangenen Jahr feiern die Cottbuser jetzt den 30. Jahrestag des vollendeten Wiederaufbaus der größten mittelalterliche Kirche in der Niederlausitz. Wie Pfarrer Uwe Weise mitteilt, ist aus diesem Anlass für den 24. Juni ein Festgottesdienst geplant. Dazu sollen Handwerker eingeladen werden, die am Wiederaufbau beteiligt waren und die Masterarbeit der BTU-Studentin über den Wiederaufbau der Kirche vorgestellt werden.

Viele Cottbuser erinnern sich noch an den Tag, an dem der  Kirchturm seine barocke Haube wieder bekam. Von einem Spezialkran in luftige Höhe gehoben und präzise aufgesetzt – Tausende hatten sich dieses einzigartige Schauspiel am Sonntag, 19. Juni 1988, nicht entgehen lassen. Der Turm erhielt damit seine jetzige Höhe von exakt 55,5 Metern.

Zweieinhalb Jahre danach, im Januar 1991, erinnerten Dora und Heinrich Liersch in einer Artikelserie für die „Lausitzer Rundschau“ an den historischen Vorgang. „Zimmerlehrlinge des Tiefbaukombinats unter Anleitung von Meister Alfred Lehnigk bauten die Turmhaube, die Peter Schuster und Peter Thieme entworfen und konstruiert hatten“, heißt es dort.

Mancher habe sich gefragt, warum eine gotische Kirche einen Barockhelm bekommt. „Rund 300 Jahre war der Oberkirchturm mit dem Barockhelm ein Wahrzeichen von Cottbus und so sollte er es wieder werden“, heißt es in der Begründung des Historiker-Paars. Eine Abbildung des ursprünglich gotischen Turmabschlusses sei nicht überliefert.

Eine umfangreiche Renovierung der Oberkirche begann im Jahr 1910.  Im Winter 1934/35 fand noch der Umbau der Orgelempore statt. „Ganze zehn Jahre blieben der Gemeinde, um sich über ihre Kirche zu freuen“, schrieben Dora und Heinrich Liersch. „Bei den Kampfhandlungen am 22. April 1945 ging die Kirche in Flammen auf, brannte aus. Erhalten blieben die Bibliothek, auch die Glocken . . . und der Altar, der eingemauert, zum Teil Brandschäden aufwies.“

Nach der Errichtung eines Notdaches wurde im Jahr 1947 mit Instandsetzungsarbeiten begonnen. Die Glocken läuteten wieder seit 1949. Am 5. Juni 1955 wurde der Altarraum eingeweiht. Während das vordere Drittel des Kirchenschiffes, abgetrennt durch eine provisorische Wand, für kirchliche Zwecke genutzt wurde, stellten Maurer und Zimmerleute  den Westteil  wieder her. „25 Jahre nach der Teileinweihung“, so Dora und Heinrich Liersch, „konnte am 15. Juni 1980 in einem Festgottesdienst die Oberkirche wiedereröffnet werden.“ Im Herbst 1984 wurden die neue Orgel geweiht.  

Vor 30 Jahren bekam die Oberkirche Cottbus ihre Haube aufgesetzt FOTO: