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Wieder drei Riegelminen – die Suche in Neuhausen geht weiter

Ein größerer Bagger sucht seit Mittwoch weiter nach Kampfmitteln in Neuhausen. Der erste Bagger war bei sechs Metern Tiefe fast im Krater verschwunden. Foto: Michael Helbig/mih1
Ein größerer Bagger sucht seit Mittwoch weiter nach Kampfmitteln in Neuhausen. Der erste Bagger war bei sechs Metern Tiefe fast im Krater verschwunden. Foto: Michael Helbig/mih1 FOTO: Michael Helbig/mih1
Neuhausen. In Neuhausen bleibt die Situation angespannt. Drei Riegelminen sind das Ergebnis der Kampfmittelsuche am Mittwoch. Auch am heutigen Donnerstag müssen die zwölf Neuhausener, die nahe am Krater wohnen, um acht Uhr wieder ihre Wohnungen verlassen. ani

„Wir haben noch zwei volle Tage bis Silvester, und es wäre toll, wenn die Suche bis dahin abgeschlossen werden kann und wir beruhigt ins neue Jahr gehen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt kann das keiner sagen“, so Dieter Perko (CDU), der Neuhausener Bürgermeister. Auch vor Weihnachten war er noch am Freitagmorgen optimistisch – bis neun Raketenköpfe abtransportiert und zwei Riegelminen gesprengt werden mussten.

Erhärtet hat sich inzwischen der Verdacht mehrerer älterer Einwohner, dass es sich doch nicht um einen Bombentrichter handelt, den Mario Büchner nach dem Vergleich von Luftbildern entdeckt hat. Sondern es wohl doch ein tiefes Gewässer war, in das vorm Ende des Zweiten Weltkriegs die Minen und Sprengköpfe entsorgt wurden. Das Team um Büchner ist auf eine dunkle Schicht Morast gestoßen, die sich am Grund solcher Gewässer bildet. Mit einem gemieteten größeren Bagger arbeiten sich die Kampfmittelspezialisten nun vom Krater aus zur Spreebrücke und zur Straße vor.

Mit der dritten Mine am Mittwoch, die gegen 14 Uhr kontrolliert gesprengt wurde, sind es nun insgesamt zehn Minen, die Neuhausen seit dem 14. Dezember erschüttert haben. „Ich weiß, dass den betroffenen Einwohnern der Geduldsfaden reißt. Einige sind vom Dorf abgeschnitten, kommen nicht einfach zum Bahnhof, zur Verwaltung. Und dass die Nerven blank liegen, wenn man täglich von 8 bis 17 Uhr seine Wohnung nicht betreten kann, verstehe ich. Aber ich werde nicht müde, um Verständnis zu bitten“, sagt Perko. „Wir müssen jetzt durchhalten. Einfach zuschieben wäre falsch. Dann hätten wir das Problem bald wieder.“ Täglich schaut er jetzt in die Wetterberichte, Frost würde die Suche erheblich erschweren.