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Feuerwehr Madlow
Wie weiter mit dem Gerätehaus?

Cottbus. Die Madlower haben über die Zukunft ihres Feuerwehrgebäudes beraten. Für Sachsendorf ist eine neue Stützpunktfeuerwehr geplant, die das Domizil überflüssig machen würde. Von Stephan Meyer

„Wenn wir hier nicht zu einer tragfähigen Lösung kommen, gehen hier die Lichter aus.“ So drastisch beschreibt der Madlower Feuerwehrkamerad Andreas Wolf die Situation um das Gerätehaus im Stadtteil. Die Freiwillige Feuerwehr Madlow hatte die Bewohner des Stadtteils am Freitagabend zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, um der Frage nachzugehen, wie das Gebäude zu halten ist. Angesichts der für 2019 in Sachsendorf geplanten Stützpunktfeuerwehr wird das derzeitige Feuerwehrgerätehaus überflüssig.

Der Neubau in Sachsendorf soll dann die Heimat für die Einsatzabteilungen der Ortswehren aus Gallinchen, Groß Gaglow, Madlow und Kiekebusch werden. Doch für die Bewohner ist das jetzige Feuerwehrgebäude mehr als ein Gerätehaus. Es dient den Madlowern als Treffpunkt. Zum Tag der offenen Tür und dem Adventsglühen der Ortswehr kamen in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen aus dem Stadtteil zusammen. Und auch für die Bürgerinitiative, die sich um den örtlichen Friedhof kümmert, ist das Gerätehaus zu einem Zuhause geworden.

Die jährlichen Kosten für das gesamte Objekt belaufen sich auf circa 5000Euro, wie Wolf während der Veranstaltung verriet. „Und die Stadt wird kein neues Gebäude bauen und das alte weiterhin mitfinanzieren“, schätzt er ein. Diese Kosten könne die Ortsfeuerwehr nicht alleine stemmen. Die Stadt hätte laut Ortswehrführer Ron Noack der Feuerwehr jedoch Fördermöglichkeiten in Aussicht gestellt, wenn die Madlower ein geeignetes Nachnutzungskonzept präsentieren könnten. Daher suchen die Madlower Kameraden nun nach Unterstützern und Ideen, um das Gebäude als Begegnungsstätte oder Bürgerzentrum zu halten.

Am Informationsabend wurden bereits verschiedene denkbare Lösungen vorgestellt. Eine Möglichkeit wäre die Gründung eines Bürgervereins, dem das Gerätehaus als Vereinsheim dienen könnte. „Aber das kriegen wir als Feuerwehr nicht allein hin“, so Wolf und hofft auf engagierte Madlower, die sich für diese Idee begeistern können. Auch die Gründung eines Ortsbeirats wurde vorgeschlagen. Doch dafür müsste sich im Stadtteil ein Vorsitzender finden. „Ein nicht zu unterschätzender Posten“, wie Wolf den Anwohnern auf den Weg gibt. Dieser sei dann sowohl für die Gemeindemitglieder als auch für die Stadtverwaltung Ansprechpartner und müsse unter anderem Stellungnahmen zu Bauvorhaben in Madlow verfassen.

Die Feuerwehr habe bei der Suche nach Unterstützern auch bereits das Gespräch mit dem Bürgerverein Sachsendorf-Madlow aufgenommen. Von diesem fühlen sich jedoch viele Bewohner des Stadtteils nicht genügend vertreten. Wolf ist jedoch der Meinung: Wenn kein Madlower im Bürgerverein aktiv ist, könne dieser auch nichts von den Sorgen im Viertel wissen. Er spekuliert daher darauf, dass sich unter den Anwohnern jemand findet, der bereit ist, mit dem Vorstand des Bürgervereins zusammenzuarbeiten.

Am Freitagabend fielen auch skeptische Töne über das Vorhaben. „Alles steht und fällt damit, ob wir das Haus mit Leben füllen“, so die Wortmeldung eines Madlowers, der bezweifelt, ob genügend Unterstützung im Stadtteil zu finden ist. Sein Vorwurf: Im Haus kämen immer nur die gleichen Leute zusammen und die hätten bereits genug Engagement gezeigt. Evelin Behrendt äußerte sich bei der Versammlung hingegen optimistisch. „Ich glaube, das Interesse, das Haus zu halten, ist bei den Madlowern vorhanden.“ Und auch Ron Noack möchte nicht schon im Vorfeld kapitulieren: „Ich will mir nicht nachsagen lassen, wir hätten nicht alles versucht.“

Im nächsten Jahr soll es eine weitere Veranstaltung geben, die sich mit der Zukunft des Gerätehauses der Ortsfeuerwehr auseinandersetzt. Ein genauer Termin wird noch bekannt gegeben.