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| 15:45 Uhr

Wildtier
Cottbuser auf Tuchfühlung mit dem Wolf

Wolfsexperten sind sich einig: So nah werden auch Lausitzer den Wolf nur im Tierpark zu sehen bekommen.
Wolfsexperten sind sich einig: So nah werden auch Lausitzer den Wolf nur im Tierpark zu sehen bekommen. FOTO: Bernd Wüstneck / dpa
Cottbus. Jungwölfe erkunden die Region zwischen Cottbus und Zahsow, wagen sich dabei immer dichter an die Ortschaften. Wie verhalten sich Spaziergänger oder Radfahrer richtig? Die RUNDSCHAU hat bei der Wolfsbeauftragten Conny Eiser nachgefragt. Von Stephan Meyer

Die Rückkehr der Wölfe in der Lausitz ist ein Thema, das die Gemüter erhitzt. Das Raubtier hat Fürsprecher und Gegner. Ist Isegrim aber erst einmal in Sichtweite, bleibt ein mulmiges Gefühl meist nicht aus, unabhängig von der eigenen Einstellung zum Wolf. Doch solche Begegnungen, wie am Dienstag, in der Nähe von Kolkwitz, finden selten statt, erklärt Wolfsbeauftragte Conny Eiser. „Wenn, dann sind das eher junge Wölfe, die unbedarft die Nähe zu Ortseingängen suchen“, sagt die Lindthalerin.

Laut einer Informationsbroschüre des Brandenburger Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) meiden die Tiere selbst ohne Jagddruck die Begegnung mit Menschen. In die Nähe von Ortschaften kämen sie nur, wenn sie Beutetieren folgen. Dann aber meist nur Nachts oder während der Dämmerung. Die Kolkwitzer Sichtung geschah jedoch zur Mittagszeit. Aber selbst das sei dem MUGV zu folge kein auffälliges Verhalten. Auffällig wäre es erst, wenn der selbe Wolf sich regelmäßig im Hellen dort zeigen würde.

„Es gibt keinen dokumentierten Fall, dass sich ein Wolf gegenüber einem Menschen aggressiv verhalten hätte“, sagt Conny Eiser. Wenn die Tiere einen Menschen nicht gleich bemerken, kann das an den Windverhältnissen liegen, heißt es in der MUGV-Broschüre. Nimmt der Wolf den Mensch dann war, fliehe das Raubtier nach kurzer Orientierungsphase im langsamen Galopp.

Aber Wölfe sind neugierig, weiß Conny Eiser. Vor allem wenn ein Hund in der Nähe ist. Verschwindet der Wolf nicht, sollte man in die Hände klatschen und sich laut äußern, rät die Wolfsbeauftragte. Dann ergreifen sie die Flucht.

Vor Wölfen, die aufgrund von Tollwut aggressiv sind, müssten die Lausitzer keine Angst haben. „Die Krankheit ist hier längst ausgerottet“, sagt die Expertin. Zwar gäbe es einen Virusstamm, der noch für Fledermäuse gefährlich ist. Bei Wölfen spiele dieser aber keine Rolle.