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| 02:33 Uhr

Wie Gärtner Bienen anlocken können

Dietmar Haufe pflanzt gemeinsam mit FÖJ-lerinnen im Naturkundezentrum Spreeaue Dissen Sträucher für eine Bienenweide. Foto: Elsner
Dietmar Haufe pflanzt gemeinsam mit FÖJ-lerinnen im Naturkundezentrum Spreeaue Dissen Sträucher für eine Bienenweide. Foto: Elsner FOTO: Elsner
Dissen-Striesow. Wer eine Bienenweide anlegt, schafft einen naturnahen Garten und tut gleichzeitig etwas für die Umwelt. Fachleute erklären, wie es geht. Ulrike Elsner

Das Naturkundezentrum Spreeaue in Dissen rückt in diesem Jahr die Bienen stärker ins Zentrum. Und das hat einen Grund. Milben, Pestizide, Monokulturen und immer größere betonierte Flächen bedrohen den Bienenbestand. Das Bienensterben, das auch den Imkern in der Lausitz zusetzt, ist dramatisch, weil 80 Prozent aller Kultur- und Wildpflanzen von der Honigbiene und ihren wilden Verwandten bestäubt werden. Sie tragen die Pollen von Blüte zu Blüte und sorgen dafür, dass die Pflanzen befruchtet werden, dass sie sich vermehren können und, dass Obstbäume auch Früchte tragen.

Bienenweiden sind aber rar geworden. Dabei kann jeder, der ein kleines Stück Grün sein Eigen nennt, dazu beitragen, dass die Bienen über die ganze Saison genug Nektar finden. Dass das nicht nur der Umwelt nützt, sondern auch hübsch aussieht, können Naturfreunde schon in wenigen Wochen im Naturkundezentrum Spreeaue erleben. Dort ist in der vorigen Woche eine Bienenweide angelegt worden. Wie das auch im Privatgarten funktioniert und welche Pflanzen sich dafür besonders eignen, darüber geben die Leiterin des Dissener Kräutergartens, Anne Jahn, sowie Dietmar Haufe vom Verein Naturkundezentrum Spreeaue Auskunft.

Auf einer vorbereiteten von Gras und anderen Pflanzen befreiten Fläche wird eine Mischung aus Blüh- und Nutzpflanzen ausgesät und der Boden anschließend planiert. Wie Anne Jahn verrät, eignen sich dafür besonders Lein, Klee, Phacelia (auch Bienenfreund oder Büschelblume genannt), Borretsch, Cosmea, Tagetes, Färberhundskamille und Buchweizen. Wer diese Auswahl übernimmt, geht sicher, dass vom Frühjahr bis zum Herbst immer etwas blüht.

Zwar handelt es sich um einjährige Pflanzen, da aber nicht gemäht wird, samt sich alles von selbst aus. "Wir werden im nächsten Frühjahr trotzdem nachsäen", räumt die Leiterin des Kräutergartens ein und fügt einen weiteren Tipp hinzu: Wer unter Sträuchern die früh blühenden Leberblümchen und Taubnesseln setzt, erreicht, dass Bienen in seinem Garten schon vor der Obstbaumblüte Nektar finden.

Die zweite Version einer Bienenweide besteht aus reichblühenden Sträuchern, die auf einer Fläche oder als Hecke gepflanzt werden können. Für die Dissener Streuobstwiese hat Dietmar Haufe ein Arrangement zusammengestellt, das ebenfalls vom Frühjahr bis zum Herbst blüht, außerdem aber auch Vögeln Schutz und Nahrung bietet. "Die meisten Früchte können sogar vom Menschen genutzt werden", erläutert das Vorstandsmitglied des Vereins Naturkundezentrum Spreeaue.

Dietmar Haufes Wahl ist auf folgende Arten gefallen: Weißdorn, Schlehe, Holunder, Wildrosen, Felsenbirne, Cornelkirsche, Vogelbeere, Quitte, Bocksdorn (auch Gojibeere genannt) und Sanddorn. In so einer Hecke finden nicht nur Bienen das ganze Jahr über reichlich Nektar, auch Vögel werden von den nährstoffreichen Früchte der heimischen Sträucher angelockt. Wer sich an diesen Vorschlägen orientiert, wird viel Freude an seinem Garten haben.

Anne Jahn leitet den Dissener Kräutergarten.
Anne Jahn leitet den Dissener Kräutergarten. FOTO: Elsner
Quitte
Quitte FOTO: Vladyslav Siaber / Fotolia
Cosmea
Cosmea FOTO: Swetlana Wall / Fotolia
Phacelia
Phacelia FOTO: Patrikslezak / Fotolia
Lein
Lein FOTO: Olesia Sarycheva / Fotolia
Holunder
Holunder FOTO: Vencav / Fotolia
Cornelkirsche
Cornelkirsche FOTO: Heike Rau / Fotolia