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Wie der Lausitzer Energiewandel Cottbus zur "smarten Stadt" macht

René Markgraf stellt Cottbuser Vertretern aus Politik und Wirtschaft das Konzept "Smart City Cottbus 2.0" vor.
René Markgraf stellt Cottbuser Vertretern aus Politik und Wirtschaft das Konzept "Smart City Cottbus 2.0" vor. FOTO: Jenny Theiler
Cottbus. Ibar-Chef René Markgraf hat am Montag das Konzept "Smart City Cottbus 2.0" vorgestellt. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) begrüßt das Pilotprojekt. Jenny Theiler

Unter der Fragestellung, wie die Energiewende in der Lausitz möglichst effektiv vollzogen werden kann, präsentierte die Ibar Systemtechnik am Montag das "Smart-City-Konzept" für Cottbus. In einem interaktiven Gespräch zwischen Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Unternehmensleiter René Markgraf und verschiedenen Stadtvertretern wurde das Demonstrationsprojekt zunächst diskutiert. Die Tauglichkeit des Konzeptes soll bei einem weiteren Treffen im Herbst geklärt werden.

Unter dem Begriff "Smart-City" wird ein bundesweites Entwicklungskonzept verstanden, bei dem technische, wirtschaftliche und soziale Innovationen miteinander verknüpft werden. Mit diesem Konzept sollen Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher und sozialer gestaltet werden. Cottbus setzt in diesem Zusammenhang auf seinen Status als Energiezentrum.

Das bestehende Energie-Label der Stadt sei bereits durchaus vorzeigbar, müsse allerdings auf ein neues Niveau gehoben werden, so René Markgraf. Während sich viele westdeutsche Energieregionen noch immer zu stark auf Kern- und Kohlekraftwerke zur Energiegewinnung stützen, hätte sich Cottbus bereits weitgehend davon befreit. Der komplexe regionale Ausbau der erneuerbaren und konventionellen Energieerzeugung muss in der Lausitz höchste Priorität haben, hieß es in der Projektpräsentation. Mit "Smart-City Cottbus 2.0" soll gezeigt werden, dass auch eine Stadt in der Größe von Cottbus eine Smart-City sein kann. Während Berlin mit einem überfrachteten Verwaltungsapparat viel zu viele Begehrlichkeiten auf einmal zu bearbeiten hätte, habe Cottbus mit knapp 100 000 Einwohnern eine gesunde Größe, um händelbar zu sein. Zudem brauche Brandenburg das Demonstrationsprojekt, um zu beweisen, dass nicht nur große Metropolen zu einer Smart-City umgewandelt werden können, so Markgraf. "Die weitere Strukturentwicklung in der Lausitz kann nur gelingen, wenn die lokalen Akteure zusammen an neuen Ideen arbeiten", äußerste sich Dietmar Woidke (SPD) am Montagvormittag.

Neben den ansässigen Industrie- und Handwerksbranchen soll von der Energiewende auch die BTU Cottbus-Senftenberg als Energie-Universität profitieren. Im Zuge eines solchen Projektes würden Wertschöpfungsketten über Brandenburg hinaus entstehen.

Es sei allerdings zu bedenke, dass bestehende Prozesse, Produkte und Wissen standardisiert werden müssen - soweit sind sich Dietmar Woidke und René Markgraf einig. Die GWC Cottbus gibt außerdem zu bedenken, dass Immobilien auf die neu zu entwickelnde Wärmesysteme vorbereitet werden müssen. Für die Errichtung neuer Energieanlagen müsse man mit den einzelnen Kommunen ins Gespräch kommen, wies Dietmar Woidke hin. Unterschiedliche Komplexe müssen zusammengefügt werden, um das Projekt Smart-City effektiv umsetzen zu können.

Dieser Prozess ist zeit- und kostenintensiv und ohne Unterstützung des Landes Brandenburg nicht zu bewältigen. Dietmar Woidke zeigte sich begeistert von René Markgrafs Projektvorstellung. Eine Zusage für die finanzielle Unterstützung des Projektes gab es vonseiten des Ministerpräsidenten aber noch nicht. Dennoch zeigte sich René Markgraf zufrieden mit der Gesprächsrunde.