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Wie Cebra Wissenschaft und Praxis verbindet

Im Centrum für Energietechnologie Brandenburg (Cebra) auf dem Gelände des Kraftwerkes Jänschwalde wurde auch mit der Pelletierung von Biomasse experimentiert.
Im Centrum für Energietechnologie Brandenburg (Cebra) auf dem Gelände des Kraftwerkes Jänschwalde wurde auch mit der Pelletierung von Biomasse experimentiert. FOTO: mih1
Cottbus. Biomasse aus regionalem Anbau, solarbetriebene Pkw´s, eine Testanlage zum Oxyfuel-Prozess – die Bandbreite der bearbeiteten Themen im "Cebra e. V." ist ebenso beachtlich wie das Alter des Vereins: Seit 20 Jahren bündelt Cebra Aktivitäten von Wirtschaft und Wissenschaft rund um das Thema Energie. hil

Hervorgegangen ist "Cebra", das Centrum für Energietechnologie Brandenburg e.V., aus dem früheren Energieressourceninstitut e.V. "Eri". Die Idee, gerade in der Lausitz einen derartigen Verein zu etablieren, liegt nahe: "Wir haben alle Probleme rund um das Energiethema vor der Haustür", sagt Matthias Koziol, wissenschaftlicher Sprecher von "Cebra".

Die Herausforderung sei es, den Übergang von den fossilen zu den regenerativen Energien zu meistern und dabei das Wissen aus der BTU Cottbus-Senftenberg hinein in die Region zu transferieren. "Als Universität sind wir der Grundlagenforschung verpflichtet", so Koziol. Der Verein könne sich den praktischen Problemen der angewandten Forschung widmen und dabei die Akteure aus den Lehrstühlen, den großen Energiekonzernen, der Politik, den Kammern, Stadtwerken und den regionalen kleinen und mittelständischen Unternehmen vernetzen.

Silke Goerlich, Geschäftsstellenleiterin und kaufmännischer Vorstand des Vereins, ist stolz auf die bisher geleistete Arbeit. "Cebra konnte sich etablieren als Ausrichter der jährlichen Energiefachtagung und als Unterstützer des Brandenburger Energietages, der im September zum 17. Mal in Cottbus stattfindet. Wir stellen Elektrofahrzeuge als Infrastruktur für externe Nutzergruppen zur Verfügung und wir konnten erfolgreich verschiedene Innovationsgutscheine des Landes mit den kleinen und mittelständischen Unternehmen realisieren." Dabei werden in den letzten Jahren zunehmend auch Lehrstühle in die Arbeit einbezogen, die nicht primär auf den Energiebereich fokussiert sind. Matthias Koziol: "Der Bereich der Energieforschung beschränkt sich nicht nur auf das Fachgebiet der Kraftwerkstechnik. Wenn wir etwa auf dem Gebiet der Stadttechnik über eine neue Wärmedämmung von Gebäuden sprechen, werden auch hier die zentralen Fragen der Energieversorgung und -nutzung berührt." Stärker als in der Vergangenheit will sich Cebra künftig bei der Netzwerkarbeit darum bemühen, Ressourcen in der Lausitz zu bündeln, indem verschiedene Institutionen an ähnlichen Themen gemeinsam wirken.

Wichtige Arbeiten von Cebra:Energiespeicherung aus Wind und Sonne: Im Rahmen des Projektes Smart Capital Region stellt Cebra die Elektrofahrzeuge vor, die ab 1. Oktober verstärkt auf den Cottbuser Straßen unterwegs sein werden. Neben der Erforschung der Speichernutzung von Elektrofahrzeugen will Cebra den Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz von Elektromobilen erhöhen.

Im Technikum von Cebra, eine Forschungshalle auf dem Kraftwerksgelände Jänschwalde, wurde eine Testanlage in den Jahren 2005 bis 2006 zum Oxyfuel-Prozess aufgebaut und der Verfahrensnachweis für die CCS-Technologie (CO{-2}-Abscheidung) erbracht.

Im Programm "Nachhaltige Energieversorgung durch Biomasse aus regionalem Anbau" (Nebra) ging es darum, Chancen aufzuzeigen, die sich in der Euroregion Spree-Neiße-Bober aus der energetischen Verwertung von Biomasse ergaben (Trocknung, Lagerung, Brennstoffaufbereitung).

Egal, wie die Zukunft der Energieregion Lausitz aussieht: Silke Goerlich und Matthias Koziol sind zuversichtlich, dass es für den Verein Cebra auch in den kommenden Jahren ausreichend Arbeit geben wird.