Ungewöhnlich warm ist das Wetter derzeit in der Lausitz. Am Freitag sollten die Temperaturen fast überall in den zweistelligen Bereich klettern. Zwar soll es dann am Wochenende wieder etwas kälter werden, aber bereits ab Freitag sagen die Meteorologen ein erneutes Klettern der Temperaturen voraus.

Ist das normal? Zumindest ist es deutlich wärmer als im Langzeitvergleich erwartbar. Da sollten im Januar in Deutschland Temperaturen um die 0 Grad herrschen. Im vergangenen Jahr hatten wir in Cottbus im Januar eine mittlere Temperatur von 1,0 Grad, 2018 von 3,6 Grad, 2017 gar von -1,8 Grad., wie aus den Aufzeichnungen von Werrerkontor.de hervorgeht.

Damit setzt sich der Trend des Vorjahres fort. Auch der Januar 2019 war viel zu warm in der Lausitz.

Der Winter steckt im Norden fest

Also kein Winter in diesem Jahr? „Der Winter ist nicht weg, er ist nur woanders“, erklärt RUNDSCHAU-Wetterexperte Dominik Jung. „Über dem Nordpol hängt der mächtige Polarwirbel und er ist sehr stark. Leider ist das nicht gerade gut für das Winterwetter in Mitteleuropa. Erst bei einem sogenannten Polarwirbelsplit wird es für uns spannend.“ Statt kalte Luft nach Europa zu schaufeln, hält der Wirbel alles im Norden fest. „Dafür wird es in Grönland immer eisiger. Stationen haben um die minus 50 bis minus 55 Grad gemessen. Das sind über 100 Grad weniger als derzeit in Australien!“

Und was ist mit der Lausitz? „Die Mega-Kälte steckt um den Nordpol fest. Bei uns kommt daher eher das Gegenstück an: die milden Luftmassen. Irgendwo müssen die ja auch hin“, so Jung. „Bisher ist es ein echter Mildwinter und in den nächsten Tagen ist bei uns in Europa auch weiterhin kein Winterwetter in Sicht.“

Kein Schnee dieses Jahr?

Das bestätigen auch die Prognosen von Kachelmannwetter. Frühestens ab dem 18. Januar ist demnach mit einem deutlich Niedergang der Temperaturen zu rechnen. Aber auch das ist nicht sehr wahrscheinlich. „Ob sich der Winter nochmal im Januar 2020 zu Wort meldet ist derzeit mehr als fraglich“, schätzt Jung ein. Und im Februar? Jung: „Auch da setzen die Langfristmodelle eher auf einen sehr milden Monat. März und April sollen ebenfalls viel zu warm werden.“

Statt Eis und Schnee melden sich daher schon die ersten Frühblüher. „Die ersten Pollen von Hasel und Erle sind ebenfalls schon unterwegs und nerven Allergiker“, so Jung.