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Abfallsammelstelle
Wertstoffhof wird doppelt so teuer

Der Wertstoffhof soll in der Hegelstraße entstehen.
Der Wertstoffhof soll in der Hegelstraße entstehen. FOTO: Stephan Meyer
Cottbus. Die Pläne für die neue Abfallsammelstelle in Sachsendorf liegen jetzt vor, überraschen die Stadtverordneten. Es regen sich Zweifel an dem Projekt. Peggy Kompalla

Im Juli 2018 könnte der neue Wertstoffhof in Sachsendorf eröffnen. Die Frage ist nur: Zu welchem Preis? Denn die Kosten für das Bauprojekt haben sich verdoppelt - von einer halben auf etwas mehr als einer Million Euro. Das erschreckt die Stadtverordneten. Sie winken das Projekt nicht einfach durch, sondern schicken es in eine zweite Lesung. Zweifel werden in Umwelt- und Wirtschaftsausschuss deutlich. Dabei gibt es eine einfache Erklärung für die Kostensteigerung; die gewachsenen Ansprüche an das Projekt und eine schludrige erste Planung. Letzteres gibt der Cottbuser Alba-Chef Klaus Steinacker zerknirscht zu.

Der Wertstoffhof soll in Sachsendorf an der Hegelstraße neben dem Sportplatz des Pückler-Gymnasiums errichtet werden. Den Plänen zufolge könnten die Cottbuser dort künftig kostenlos Grünschnitt und Starkholz, Sperrmüll, Elektrogeräte, Schrott, Asbest, alte Fenster und Teerpappe abgeben. Bequem soll es auch sein. Eine Rampe ist für das Abladen von Grünschnitt und Sperrmüll vorgesehen.

Ulrich Günther (AUB) aus Sielow erinnert daran: "Der Wertstoffhof im Süden war ursprünglich mal als Annahmestelle für Grünschnitt geplant." Joachim Käks (CDU) fragt sich: "Eine Rampe für 150 000 Euro? Ist dieser Komfort wirklich nötig?" Dietmar Schulz (CDU) aus Gallinchen ist sauer. Denn eigentlich sollte der Hof längst stehen, umso mehr überraschen nun die Zahlen. "Mir ist hier zu viel hinter verschlossenen Türen passiert", moniert Schulz und fordert eine ausführliche Auswertung. Doch vor einem warnt er: "Die Diskussion sollte nicht dazu führen, dass der Wertstoffhof unnötig ist." Das Gegenteil sei der Fall. Darin bestärken ihn die Dieter Schulz (AUB) aus Groß Gaglow und Umweltdezernent Thomas Bergner (CDU). "Wir brauchen den Wertstoffhof ganz dringend", betont der Dezernent.

Ulrich Schuhr (Linke) fragt sich, was angesichts der täglich erwarteten 600 Nutzer in Sachsendorf mit den anderen beiden Höfen in Dissenchen und Saspow passiert? "Denn auch dort ist Personal und das muss bezahlt werden." Sybille Schneider vom Fachbereich Abfallwirtschaft erklärt darauf nüchtern: "Wenn wir die Nutzung kennen, könne wir über die Öffnungszeiten an den drei Standorten Einfluss nehmen."

Der neue Wertstoffhof würde sich ab 2019 auf die Müllgebühren niederschlagen. Bei ansonsten gleichbleibenden Kosten entspräche dies einem Plus von drei Prozent gegenüber 2017. "Das sind rund zwei Euro mehr für eine 60-Liter-Tonne bei 14-täglicher Leerung", so Schneider.