| 02:32 Uhr

Wenn Professoren plötzlich spielen

Cottbus. Eine Ringvorlesung an der BTU soll die Wechselwirkungen zwischen Spiel und Technik vermitteln. Auftakt ist schon am heutigen Mittwoch. Daniel Schauff

Technik und Spiel liegen gar nicht so weit auseinander, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Der Käufer nennt sein neu erworbenes Auto nicht selten sein "neues Spielzeug". Ähnliches gilt für die Modelleisenbahn. Wie in noch viel größerem Kontext Spiel und Technik zusammenhängen und was am Technischen spielerisch ist, steht in einer Ringvorlesung an der Brandenburgisch Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg ab dem heutigen Mittwoch auf dem Plan.

Initiiert von Astrid Schwarz, Professorin im Fachgebiet Allgemeine Technikwissenschaften, und Gastprofessorin Suzana Alpsancar vom Fachgebiet Technikphilosophie, in Zusammenarbeit mit dem Weiterbildungszentrum der BTU, richtet sich die 15-teilige Ringvorlesung vor allem an alle Interessierte, die auf gleich mehreren Wissenschaftsfeldern die Parallelen zwischen Spiel und Technik entdecken wollen. Studenten erhalten für den Besuch der Vorlesung Punkte, erklärt Astrid Schwarz.

In der Medien- über die Musikwissenschaft, in der Ökonomie und der Mathematik bis zur Regionalplanung lassen sich den Initiatoren zufolge spielerische Elemente finden, die teils in die Lern- und Erkenntnisprozesse der Forschung und in die technologische Entwicklung einfließen. Zudem wirft die Ringvorlesung die Frage auf, ob nicht auch Technologien zunächst als Spiele eingeführt, später dann in den "Ernst des Alltags" übertragen werden.

Rund die Hälfte der Vorträge halten Professoren der BTU, für die andere Hälfte konnten die Initiatoren Gäste anderer Forschungseinrichtungen gewinnen, sagt Astrid Schwarz.

Die Ringvorlesungen sind kostenlos, auch eine Anmeldung ist nicht notwendig, betont Astrid Schwarz. Ab dem heutigen Mittwoch finden die Veranstaltungen jeweils um 19.15 Uhr im Großen Hörsaal auf dem Zentralcampus der BTU statt. Während die erste Veranstaltung als "Einführung ins Thema" konzipiert ist, gibt es ab dem 25. Oktober fachspezifische Vorträge. Als erste Vortragende ist die Kunsthistorikerin Eva-Maria Froschauer angekündigt, die unter dem Titel "Wundertüte der Formen" die Architektur unter die Lupe nimmt.

Ebenfalls am 25. Oktober beginnt die Vorlesungsreihe "open BTU", die sich ebenfalls an alle Interessierten richtet, mittwochs ab 17.30 bis 19 Uhr stattfindet und damit absichtlich genau vor der Ringvorlesung "Technik und Spiel", wie die Organisatoren sagen.

Zum Thema:
Den Organisatoren zufolge haben sich im aktuellen Wintersemester über 100 Senioren bei der BTU in Cottbus eingeschrieben. Die "Seniorenuniversität" ist eins der Projekte im Programm "Lebenslanges Lernen". Dazu gehören auch Gasthörerstudien. Gasthörer zahlen an der BTU abhängig von der Anzahl der Semesterwochenstunden zwischen zehn und 30 Euro im Semester, auch für das Seniorenstudium werden 30 Euro als Semesterpauschale fällig. Zu allen offenen Programmen der Universität gibt es im Internet unter www.btu.de/weiterbildung weitere Informationen mit Terminen und organisatorischen Hinweisen - auch zur offenen Vortragsreihe "open BTU" und der Ringvorlesung "Technik und Spiel".