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| 17:17 Uhr

Wenn Männer sich zur Elsa machen

Für ihren Ideenreichtum gab es für die Artisten aus Golßen vom Publikum den Siegerpokal.
Für ihren Ideenreichtum gab es für die Artisten aus Golßen vom Publikum den Siegerpokal. FOTO: Marion Hirche
Kolkwitz. Die heiße Phase des Lausitzer Karnevals ist eingeläutet. Traditionell fand am Sonnabend in der Gaststätte "Zur Eisenbahn" in Kolkwitz das Männerballettturnier des Karneval Verbandes Lausitz (KVL) statt. Marion Hirche / jul1

Zehn Teams bewarben sich in dem zum Spukschloss verwandelten Saal des Kolkwitzer Carneval Clubs um den Titel des Lausitzmeisters. In dem bis auf den letzten Platz gefüllten Raum tummelten sich diesmal Holländerinnen aus Welzow, Astronauten und Außerirdische aus Döbern, Schneemann Olaf und Eiskönigin Elsa aus Forst, Bauarbeiter aus Friedrichshain, Zauberer von Oz-Hutmacher aus Kolkwitz, Nemo und seine Freunde aus Groß Düben, Tanzpaare aus den Neunzigern von den Cottbuser Narrenweibern, Schotten aus Neupetershain, Indianer, Cowboys und Clowns aus Luckau und Piraten aus Golßen. Zu den Höhepunkten des Programms gehörten die athletisch bestens vorbereiteten Döberner Tänzer in ihren weißen Raumanzügen, die bei ihrem Ausflug ins All E.T. wiedergefunden haben.

Die Männer vom Karnevalsclub Forst Sacro bewiesen, dass man auch ohne Tänzerfigur die Herzen der Zuschauer erobern kann: mit liebevollen Kostümen und toll geschminkten Gesichtern. Die "Dreamboys" vom Golßener Carneval Clubs glänzten als Piraten wieder mit ideenreichen artistischen Figuren.

Es war ein abwechslungsreicher Abend mit einem guten Niveau aller Darbietungen. Traditionell wurden die Platzierungen durch die Punkte des Publikums entschieden.

Am Ende hatten wieder einmal die Männer aus der Gurken- und Wurstgemeinde Golßen die Nase vorn. Zum wiederholten Mal konnte sie sich den goldenen Siegerpokal sichern. Nicht weniger gejubelt wurde aber dem Platz "Nur einer war besser": Eiskönigin Elsa, gefühlte zwei Meter groß, und ihre Eisgefährten vom Karnevalsverein Forst Sacro holten sich den Pokal. Präsidentin Kerstin Anton sagte danach: "Ich bin überwältigt. Wir machen das ja aus Spaß an der Freude und wenn das so noch Anerkennung findet, dann ist das das Sahnehäubchen. Da bin ich schon stolz auf meine Jungs und der Choreografin Karina Brand sehr dankbar."

Auch die Männer vom FKK, Friedrichshainer Karneval Klub, jubelten: Sie nahmen den Pokal "Wir waren dabei" in Empfang. "Wir machen jetzt unser Tanzmotto ‚Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt' wahr und bereiten die diesjährige Karnevalswerkstatt des KVL am 4. März bei uns vor", verrieten die Bauarbeiter-Tänzer.

Ein ganz besonders kritisches Auge auf die Darbietungen hatte Marco Kamenz vom Finsterwalder Sängerkarneval. Seit Jahren mischen die Finsterwalder Tänzer in der 1. Liga der Deutschen Männerballetts mit. Marco Kamenz hat jetzt sogar einen Preisrichterlehrgang für Männertanzturniere mitgemacht und hatte in Kolkwitz viele Anmerkungen: "Das hier ist Spaß, also sozusagen der Nicht-Profibereich. Aber Perücken sollten auch hier fest sitzen, Kostüme zum Tanz passen, die Tanzschritte vielfältig sein und die Schminke nicht fehlen."