ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:14 Uhr

Kunst im Steinitzhof
Wenn Kunst den Verlust aufarbeitet

Ausstellung auf dem Steinitzhof
Ausstellung auf dem Steinitzhof FOTO: Marion Hirche
Steinitz. Bilder von Gregor Roman Suckert werden auf dem Steinitzhof in Steinitz ausgestellt.

Auf dem Steinitzhof im Drebkauer Ortsteil Steinitz sind zurzeit Bilder von Gregor Roman Suckert zu sehen. Dass es diese Ausstellung gibt, ist der Mutter des Künstlers zu verdanken. Sie hat ihren Sohn animiert zu malen. Der heute 47-jährige Cottbuser ist seit einem Motorradunfall 2014 ab der Brust abwärts gelähmt. Nur Daumen und Zeigefinger sind funktionsfähig. Er malt mit einer Orthese.

Schon in seiner Kindheit und Jugend hat er sich für Malerei interessiert. Die vielen Kunstdruckbücher seiner Eltern haben ihn genauso beeindruckt, wie die Möglichkeit, Geschichten in Comics zu erzählen. Im Cottbuser Pionierhaus hat er im Kunstzirkel die Grundlagen der Malerei kennengelernt. So waren seine ersten Werke auch Comics. Nach der Wende tauchte er in die Welt des Surrealen ein. Durch die berufliche Belastung wurde die Freizeit weniger, so blieben oft nur auf Kellnerblöcke gekritzelte Zeichnungen. Als dann auch noch eine Familie entstand und der Sohn geboren wurde, war kaum noch Zeit für das Hobby. Dann passierte der folgenschwere Unfall. Gregor Roman Suckert verlor nicht nur seine Bewegungsfähigkeit, sondern auch die Unterstützung seiner kleinen Familie. Seine Mutter hielt zu ihm, und als er nach der Reha wieder bei ihr war, half sie ihm auf dem Weg zurück zur Malerei. „Das hat mir sehr geholfen. In meinen Bildern habe ich den Verlust meines alten Lebens verarbeitet“, sagt der Künstler.

35 seiner Werke sind jetzt im Veranstaltungssaal des Steinitzhofes zu sehen. Da hängen die bunten Bilder, die Suckert für seinen Sohn zur Einschulung gemalt hat, die Bilder von seinem Traumhaus, daneben seine Erinnerung an das Unglück in Cottbus, als in Schmellwitz ein Flugzeug ins Haus geflogen ist. Festgehalten sind die schönen Erinnerungen an den Aufenthalt bei Oma in Rathenow.

Es sind sehenswerte Werke, die unter diesen komplizierten Entstehungsbedingungen noch wertvoller werden. Außer montags ist die Schau täglich von 10 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Gleichzeitig kann die zweite Sonderausstellung besichtigt werden. Dieter Peter hat hier Airbrusharbeiten ausgestellt. Uhren, Gitarren, Motorhauben, eine Kühlschranktür – auf vielen Gegenständen hat der Spremberger seine Kunst verewigt.

Sigrid Berndt vom Steinitzhof ist begeistert von der Ausstellung von Gregor Roman Suckert aus Cottbus.
Sigrid Berndt vom Steinitzhof ist begeistert von der Ausstellung von Gregor Roman Suckert aus Cottbus. FOTO: Marion Hirche