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Wenn Gastwirt Dürre vorm ABV strammstehen muss

Die Linedancer von Klein Oßnig begeistern beim Jubiläumsdorffest am Sonnabend mit einem Resi-Tanz.
Die Linedancer von Klein Oßnig begeistern beim Jubiläumsdorffest am Sonnabend mit einem Resi-Tanz. FOTO: Marion Hirche/jul1
Klein Oßnig. Der Schorbuser Gemeindeteil Klein Oßnig hat am Sonnabend sein Jubiläum gefeiert. Im Jahr 1457 wurde der Ort erstmals in einem Dokument erwähnt. jul1

Die 560-Jahr-Party stieg an geschichtsträchtiger Stelle: auf dem Gutshof, auf dem einst die letzte Gutsbesitzerfamilie Gladiß zu Hause war. Heute ist es das Betriebsgelände eines Caravanbetriebes. Hier war der Festplatz aufgebaut.

Als der Dorfclubchef Karlheinz Pfeifer am Vormittag die Eröffnungsrede hielt, strahlte die Sonne mit der ersten Cottbuser Weinkönigin Carola Koch um die Wette. "Ein Dorffest ist ein Ort der Freude und der Gemeinschaft. Es bietet die Chance, noch mehr zusammenzuwachsen und Neuigkeiten auszutauschen. Es bietet aber auch die Chance, gemeinsam Elan zu schöpfen, um das Dorf noch mehr zur Heimat werden zu lassen", sagte der Cheforganisator und bedankte sich bei seinen Mitstreitern.

Dem zehnköpfigen Festkomitee ist eine ganz besondere Mischung von Angeboten gelungen. Neben der großen Hüpfburg stand das Kinderzelt. Im grünen Nachbarzelt präsentierte sich der16-fache deutsche Meister im Billardkegeln, die Billardkegler vom SV Leuthen/Oßnig. Die Schlepperbuben aus Groß Oßnig mit ihren Traktoren sowie die Oßniger Kleintierzüchter mit Tauben, Gänsen, Enten und Hühnern machten den Eingangsbereich interessant. Die Schützengilde Drebkau kam mit dem Schießstand. Familie Jurischka plus Freundin betreute hier den Wettbewerb zur Suche nach dem besten Schützen. Die Förster der Oberförsterei Drebkau fertigten mit den Kindern kleine Kunstwerke aus Baumscheiben, Eicheln und Tannenzapfen. "Und wir haben viele informative Flyer, unter anderem den Waldknigge mitgebracht", so Angelika Reinke und Klaus Frömmig. Lothar Weland kam mit dem Infomobil des Kreisjagdverbandes und erklärte Neugierigen die Tiere und Bäume des Waldes.

Die Tombola lockte alle Besucher. Für 50 Cent konnte man da von der Sammeltasse bis zum Bettwäscheset viele schöne Dinge gewinnen. Mit dem Traktor gelangte jeder, der es wollte, auf den Oßniger Sonnenhügel, konnte dort die Weinstöcke anschauen und den leckeren Tropfen des Berges kosten.

Besondere Aufmerksamkeit bekam das Bühnenprogramm, das große Abwechslung bot: Blasmusik mit dem Orchester "Glück auf" Knappenrode, Kindertanz mit den Gruppen des Drebkauer Fun Fit-Studios, Jagdhornblasen mit den Mitgliedern der Gruppe "Fürst Pückler" Branitz/Kahren, Linedance mit den "Chikadees" aus Klein Oßnig, Schlagermusik mit der Band "SGB 9" von den Lebenshilfewerkstätten "Hand in Hand" und Humor mit dem letzten noch aktiven ABV der DDR. Bei Letzterem waren die Lachmuskeln gefordert. Da musste sich Gastwirt Rainer Dürre für unrechtmäßiges Parken mit dem Trabant verantworten, bekam aber gleichzeitig eine Auszeichnungsreise in die Sowjetunion fast geschenkt und rockte zur Freude aller bei "Sag mir wo du stehst" mit "Nicht Frau Dürre" ab.

"Es war ein tolles Fest, die Angebote waren alle gut durchdacht, es war so vielseitig", meinte am Ende des Tages Joachim Deul aus Casel. Mit 47 von 50 Möglichen gewann er den Schießwettbewerb der Männer. Simone Kobus aus Klein Oßnig war die Beste bei den Frauen.

Eine der besten Nachrichten des Tages hatte der in Klein Oßnig wohnende Bürgermeister Dietmar Horke mitgebracht: "Ab Dienstag ist die Schorbuser Kreuzung wieder frei."