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| 15:54 Uhr

Casel
Wenn der Zirkus plötzlich vor dem Hoftor steht

 Sechs Familienmitglieder – eine Mission. Um auch Dorfbewohner am Zauber der Manege teilhaben zu lassen, tourt der Circus Sensationell über die Dörfer. In vielen Orten ist es das erste Mal, dass ein Zirkus dort Station macht, um große und kleine Zuschauer zu unterhalten.
Sechs Familienmitglieder – eine Mission. Um auch Dorfbewohner am Zauber der Manege teilhaben zu lassen, tourt der Circus Sensationell über die Dörfer. In vielen Orten ist es das erste Mal, dass ein Zirkus dort Station macht, um große und kleine Zuschauer zu unterhalten. FOTO: Uwe Hegewald
Casel. Der Familienzirkus Sensationell tourt über Land und findet in den Dörfern viel Anklang. Am 6. und 7. Juli macht das Sextett, das in der Nähe von Treuenbrietzen zu Hause ist, in Casel Station. Von Uwe Hegewald

Die Einwohner von Casel sollten sich an diesem Wochenende etwas Zeit reservieren. Am Samstag, 6. Juli, um 17 Uhr und am Sonntag, 7. Juli,  um 15 Uhr gastiert hier der Circus Sensationell. „Ein kleiner aber feiner Zirkus“, sagt Virginia Renz. Sie ist die Tochter der Patronin Ilse Renz. Unter dem Namen Zirkus Renz sind deutschlandweit etwa 25 Unternehmen unterwegs. „Hinzu kommen noch drei Unternehmen, die in Holland angemeldet sind“, sagt Marco Schickler.

Vor vier Jahren hat er den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit gewagt. Als Familiensextett touren die Brandenburger, die in der Nähe von Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) zu Hause sind, übers Land: Virginia und Marco sowie ihre Söhne Marcello (16), Lisandro (11), Töchterchen Kathy (9) und der erst acht Monate junge Sprössling Deniro. Doch wie funktioniert ein Sechs-Leute-Zirkus? „Mit Allroundern, die nahezu alles können müssen und keine Arbeit scheuen dürfen“, erklärt Marco Schickler. Seine Rollen: Artist, Dompteur, Kulissenschieber, Animateur, Assistent Tierpfleger, Familienoberhaupt, Trainer und, und, und. „Irgendwie alles zwischen Zirkusdirektor und Knecht“, sagt er lachend.

In seine Aussage hinein passt das Bild, wie er seinen Jüngsten vor der Vorführung im Kinderwagen durch die Dorfstraße schiebt, damit Virginia Renz Tickets, Popcorn oder Getränke verkaufen kann. Richtig, es sind vor allem die Dorfstraßen, durch die die Familie ihre Zirkuswagen steuert. „Auf dem Lande sind die Leute zugänglicher, und was Dressuren mit Tieren anbetrifft entspannter und aufgeschlossener“, begründet Virginia Renz. Viele Dorfbewohner besäßen selbst Haustiere und wüssten, welche Freude diese im Zusammenleben mit Menschen entwickeln. „In den Städten kommt es auch immer wieder dazu, dass unsere Plakate abgerissen und wir selbst oder unsere Kinder angepöbelt werden“, ergänzt Marco Schickler. Er zeigt Verständnis dafür, wenn Besucher  Aufführungen des Zirkus mit kleiner Personaldecke und kleinem Budget zuerst einmal skeptisch gegenüberstehen. „Nach der Vorstellung zeigen sich 99 Prozent der Besucher aber beeindruckt“, betont der Zirkusdirektor.

„Wir fühlen uns in den Dörfern willkommen. Das zeigen auch die Besucherzahlen“, so Virginia Renz.