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Wenn der Streik das Abi ausbremst

Mann auf leerem Bahnsteig: Der Lokführerstreik hat die Fahrpläne von Millionen Pendlern und Reisenden durcheinander gewirbelt. Foto: Andreas Gebert
Mann auf leerem Bahnsteig: Der Lokführerstreik hat die Fahrpläne von Millionen Pendlern und Reisenden durcheinander gewirbelt. Foto: Andreas Gebert
Cottbus. Im Kampf um eine bessere Entlohnung im öffentlichen Nahverkehr hat die Gewerkschaft Verdi am Montag den Druck erhöht und erste Betriebe in einen unbefristeten Streik geschickt. Die Arbeitsniederlegung fällt ausgerechnet in die Prüfungswoche für die Abiturienten. Peggy Kompalla

Dienstag und Donnerstag werden an den Brandenburger Schulen die zentralen Mathematik- beziehungsweise Deutschprüfungen abgelegt. Zumindest für den heutigen Prüfungstermin gibt es in Cottbus und Spree-Neiße Entwarnung. Das Brandenburger Bildungsministerium weist aber pro forma schon einmal auf die Ersatz-Prüfungstermine im Juni hin.

Verdi-Verhandlungsführer Marco Pavlik betont: "Wir bestreiken nicht die Abiturienten. Aber wenn wir den Streik teilweise aussetzen, nehmen wir den Druck raus, den wir für die Verhandlungen brauchen." In den Landkreisen mache der Schülerverkehr 80 Prozent der Wirtschaftskraft der Verkehrsunternehmen aus. Montag hat Verdi den unbefristeten Streik in der Uckermark und im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Brandenburger Norden begonnen. Am heutigen Dienstag wird der Streik demnach auf den Landkreis Barnim und die Stadt Frankfurt (Oder) ausgeweitet. "In den Folge tagen werden immer mehr Betriebe in den Streik eingeschaltet bis wir 100 Prozent erreicht haben", so Pavlik.

Bildungsminister Günter Baaske (SPD) hat am Montag nach eigenen Worten mehrere Gespräche geführt, damit zumindest an den Prüfungstagen der morgendliche Schülerverkehr garantiert werden kann. Mittlerweile ist die Gewerkschaft von ihrem Plan abgerückt, dass die Betriebe unangekündigt in den Streik treten sollen. Demnach wird der Streik mit einem Tag Vorlauf angekündigt.

Sollten es Abiturienten aufgrund des Streiks nicht rechtzeitig zu ihren schriftlichen Prüfungen schaffen, gibt es Ersatztermine im Juni. Ministeriumssprecher Florian Engels sagt: "Dafür reicht eine einfache schriftliche Erklärung." Sollte der Arbeitskampf im Nahverkehr bis in den Mai dauern, könnten auch die Zehntklässler betroffen sein. Denn ihre zentralen schriftlichen Prüfungen sind für den 8. Mai (Deutsch), 11. Mai (Mathematik) und 13. Mai (Englisch) geplant.