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Wenn der Maler zum Schauspieler wird

Längst ist der Maler (Gerhard Printschitsch) in die Rolle des dienstreisenden Hausherren geschlüpft, um bald selbst in Begehrlichkeiten der beiden Frauen (Susanne Kockat und Lisa Becker/r.) zu geraten.
Längst ist der Maler (Gerhard Printschitsch) in die Rolle des dienstreisenden Hausherren geschlüpft, um bald selbst in Begehrlichkeiten der beiden Frauen (Susanne Kockat und Lisa Becker/r.) zu geraten. FOTO: Ulrich Littko/bwh1
Cottbus. Nachdem sich im Mai der Vorhang für die erste Premiere 2017 der TheaterNative C geöffnet hatte, konnte das Publikum auch am Pfingstmontag in der turbulenten Inszenierung der Komödie "Rache ist süß" von Donald Churchill in der Regie von Gerhard Printschitsch miterleben, was in einer scheinbar gut situierten Familie los ist, wenn der Hausherr auf Dienstreise ist. Eigentlich verläuft alles ganz normal. bwh1

Ein Maler bekommt den Auftrag, das Arbeitszimmer eines Kunden während seiner Dienstreise anzustreichen. Er kommt zum richtigen Zeitpunkt, stellt seine Leiter auf und … macht erstmal eine Frühstückspause. Dabei muss er im Nebenzimmer mit anhören, wie eine völlig überraschend erschienene Nachbarin die Ehefrau des Verreisten heftig zur Rede stellt, weil diese wohl ein Verhältnis mit ihrem geliebten Gatten hätte. Etwas amüsiert denkt er sich seinen Teil. Bald aber steht er im Mittelpunkt der Attacke auf den Frieden im derzeit oberhauptlosen Haushalt. Dann wird das zu renovierende Arbeitszimmer zur Nebensache, und amateurschauspielerisches Geschick ist sehr gefragt. Bis er selbst ins Kreuzfeuer amouröser Begehrlichkeiten der beiden Konkurrentinnen gerät …

Suzanne Kockat (Ehefrau), Lisa Becker (Nachbarin) und Gerhard Printschitsch (Maler) geben dem Abend Schwung und Heiterkeit. Zunächst noch etwas verhalten, kommen die Protagonisten in der immer komplizierter werdenden Geschichte schon nach der ersten Szene in Fahrt. Herrlich, wie der Anstreicher seine Fähigkeiten als oft gebuchter Laienschauspieler anpreist und dabei ziemlich dick aufträgt, wie die empörte Nachbarin immer neue Gründe sucht, ihren Ehemann zu rehabilitieren, und wie sich schließlich die Hausherrin im "Rache ist süß"-Plan verstrickt. Das Ensemble nimmt das Publikum mit und hält die Spannung der Komödie bis zum Abschlussapplaus hoch. Insgesamt 90 Minuten entspannende Unterhaltung, die sich lohnen.

Nächste Vorstellung: Donnerstag, 8. Juni, 19.30 Uhr