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| 15:16 Uhr

Polizei warnt vor Trickbetrügern
Wenn der falsche Enkel oder Polizist anruft

Richtig gehandelt haben am Dienstag Seniorinnen und Senioren in Cottbus. Sie fielen nicht auf den Enkeltrick am Telefon herein.
Richtig gehandelt haben am Dienstag Seniorinnen und Senioren in Cottbus. Sie fielen nicht auf den Enkeltrick am Telefon herein. FOTO: HighwayStarz/fotolia
Cottbus/Lauchhammer. Der Polizeidirektion Süd sind wieder einige Fälle von versuchtem Trickbetrug gemeldet worden. Neben dem Enkeltrick wurde auch eine andere Masche versucht, um an Geld oder Wertsachen zu kommen. Von Frank Hilbert

So sind im Tagesverlauf des Dienstags Seniorinnen und Senioren im Stadtgebiet von Cottbus und Drebkau von Betrügerinnen und Betrügern angerufen worden. Die angeblichen Enkelinnen und Enkel versuchten mit Geldforderungen von 4000 bis 68 000 Euro für den Kauf einer Wohnung die älteren Herrschaften um ihr Erspartes zu bringen, informiert die Polizei. Eine Anruferin wollte sich sogar bei einer über 90 Jahre alten Cottbuserin zu Kaffee und Kuchen einladen, um an Geld zu kommen.

Auf die versuchten sechs Enkeltrickbetrügereien sei zum Glück niemand hereingefallen. Alle beendeten die Gespräche, informierten ihre richtigen Verwandten und die Polizei.

Deshalb in diesem Zusammenhang nochmals folgende wichtige Hinweise der Polizei:

Angebliche „Enkel“ (Nichten, Neffen) rufen immer wieder bei älteren Bürgern an und schildern ausgedachte Notlagen (Autounfälle, Geldnot wegen Haus- oder Wohnungskauf, hohe Arzt- oder Anwaltskosten usw.).

Sie bitten darum, in diesen schlimmen Situationen zu helfen. Dabei handelt es sich immer um finanzielle Unterstützungen in Höhe von mehreren Tausend Euro. Meist wird zuerst gefragt, ob die Bargeldsumme auch sofort zur Verfügung steht. Wenn das nicht der Fall ist, sollen die Senioren überredet werden, zur Bank zu gehen und das Geld vom Konto oder vom Sparbuch abzuheben. Dann wird erklärt, dass man persönlich nicht in der Lage ist, selbst vorbeizukommen, um das Geld abzuholen und deshalb einen guten Freund oder Bekannten schicken wird, der das Geld in Empfang nimmt.

So können Sie sich schützen:

Nennen Sie keine Namen Ihrer wirklichen Enkel/Verwandten. Geben Sie keine Auskünfte über Ihre Ersparnisse. Heben Sie aus diesem Anlass kein Geld von Ihrem Konto oder Sparbuch ab. Bestehen Sie auf einer persönlichen Kontaktaufnahme. Informieren Sie sich über die wirkliche Notlage eines Enkels/ Verwandten bei Ihren Kindern oder in der Verwandtschaft. Übergeben Sie niemals Geld an fremde Personen. Informieren Sie umgehend die Polizei unter Notruf 110. Bewahren Sie keine großen Geldbeträge zu Hause auf.

Eine andere Betrugsmasche wurde in Lauchhammer versucht. Ein bisher unbekannter Mann rief am Dienstagnachmittag einen Bürger in einem Ortsteil von Lauchhammer an. Dieser stellte sich als angeblicher Polizeibeamter vor.

In seiner Lügengeschichte berichtete er, dass man nach einem Einbruch den Täter festgenommen hätte und er deshalb in Erfahrung bringen wollte, ob in den Haushalten Bargeld oder Schmuck zu holen wäre. Der angerufene Bürger ließ sich nicht nach seinen Vermögensverhältnissen und dem familiären Umfeld aushorchen und beendete das Gespräch, informiert die Polizei.

In diesem Zusammenhang warnt die Polizei vor zwielichtigen Anrufen, die von angeblichen Anwälten, Richtern oder Kriminalbeamten kommen. Lassen Sie sich nicht durch das Gerede beeindrucken oder verwirren. Prüfen Sie genau, auf welche Personen und Angebote Sie sich einlassen. Bei dieser Überprüfung lassen Sie sich niemals unter Zeitdruck setzen. Gehen Sie nie übereilt auf Drohungen zu Kontensperrungen oder Pfändungen ein. Überweisen Sie nie als Voraussetzung für bestimmte Leistungen im Vorfeld Geld auf ausländische Konten oder übermitteln Sie nie Gutscheincodes oder -nummern an Fremde.

Lassen Sie sich niemals zu Fragen zu Ihrer finanziellen Situation und zu Ihren Kontodaten ein. EC-Karten sind praktisch Bargeld und sollten auch so behandelt werden. Ein gesundes Misstrauen hilft weiter. Bitte seien Sie wachsam und informieren Sie umgehend die Polizei.