Insgesamt 95 800 Euro zahlt die Stadt Cottbus eigenen Angaben zufolge im laufenden Jahr als Prämie für alle Studenten, die ihren Hauptwohnsitz in Cottbus haben. Das sind aktuell 479 an der Zahl. Jeder von ihnen erhält auf Antrag 200 Euro pro Jahr. Der Anspruch ist auf drei Jahre begrenzt.
Mit diesem Erstwohnsitzmodell will Cottbus nicht nur die ansässige Brandenburgische Technische Universität (BTU) stärken, sondern auch die Einwohnerzahl der Stadt erhöhen. Auch in anderen deutschen Städten sind solche Modelle durchaus üblich, Prämien zwischen 200 und 500 Euro werden gezahlt, um Studenten anzulocken.
Das Geschäft lohnt sich tatsächlich für die Kommunen, denn die Schlüsselzuweisungen des Landes werden nach Bedarf verteilt. Je höher die Zahl der Einwohner, desto höher sind Bedarf und Zuweisung.
Die Zahl der Studenten, die diese Erstwohnsitz-Prämie in Cottbus beantragen, ist in den vergangenen Jahren allerdings erheblich gesunken. Im Jahr 2017 waren es beispielsweise noch 925 Studierende und damit fast doppelt so viele wie heute. Ausgezahlt wurde damals ein Gesamtbetrag von 185 000 Euro.
Ein Grund für den Rückgang ist die sinkende Zahl an Studenten. Nach BTU-Angaben sind aktuell 7000 Studierende eingeschrieben. Vor der Fusion mit der Fachhochschule Lausitz lag die Zahl deutlich höher. Beliebt ist die Universität vor allem bei ausländischen Studenten. Deren Anteil liegt bei mehr als 33 Prozent.
Die Erstwohnsitzprämie ist eine freiwillige Leistung der Stadt. Bei der anstehenden Haushaltsdiskussion für das Jahr 2021 könnte sie zu den Positionen gehören, die gekippt werden.