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| 01:26 Uhr

Weniger Obdachlose in Cottbus

Cottbus. Die Zahl der Obdachlosen in Cottbus ist seit 2005 stark zurückgegangen. Das sagt Maren Dieckmann, Fachbereichsleiterin Soziales der Stadtverwaltung. Als Grund dafür nennt sie die Hartz-IV-Gesetze, die dazu geführt hätten, dass Obdachlose seltener von Ort zu Ort zögen. Von Ulrike Elsner

Auch das Cottbuser Haus der Wohnhilfe diene derzeit deutlich weniger Menschen als Zuflucht. Im vergangenen Jahr sei die Einrichtung mit durchschnittlich 57 Männern und Frauen belegt gewesen. Im Jahr 2000 waren es 88. 176 Nutzer weist die Statistik für 1998 und 246 für 1997 aus.

Mit der Schließung des Obdachlosenheims in der Lipezker Straße habe die Stadt die Strategie verfolgt, so viele Familien wie möglich in eigenen Wohnraum zu vermitteln. Das habe sich bewährt. ,,Jetzt gibt es im Haus der Wohnhilfe keine einzige Familie mit Kindern", sagt die Fachbereichsleiterin. Auch unter den ehemals im dort untergebrachten Familien gebe es keine Rückfälle. Als Grund für die positive Entwicklung sieht sie eine enge Zusammenarbeit mit den Vermietern. Sowohl GWC als auch GWG verfügten über ein eigenes Sozialmanagement. Auch habe sich in den vergangenen Jahren ein enges Netz von freien Trägern entwickelt, die Bürgern in schwierigen Lebenssituationen als Anlaufstelle dienten.

In der städtischen Fachstelle zur Vermeidung und Behebung von Obdachlosigkeit selbst seien Fachleute aus dem Jugendamt, dem Sozialamt, dem Gesundheits- und dem Ordnungsamt vertreten. ,,Die gebündelte Kompetenz führt zu effizienteren Lösungen", sagt Servicebereichsleiterin Sandra Ziller. Sowohl die Bürger als auch die Vermieter hätten nur einen Ansprechpartner. Zurzeit sei das neunköpfige Team mit 900 bis 1000 Fällen befasst. ,,Wir müssen unsere Klienten nicht weiterschicken, sondern können an ihren Problemen dran bleiben", sagt Sandra Ziller.

Das Haus der Wohnhilfe diene als letzter Anlaufpunkt, ,,wenn alle anderen Hilfsangebote gelaufen sind", sagt Maren Dieckmann. Meist seien Zwangsräumungen vorausgegangen und diesen wiederum Mietschulden, Lärm oder Seuchengefahr.

Obdachlosigkeit sei in Cottbus kaum ein Problem. Im März sei die Obdachlosenunterkunft der Stadt mit durchschnittlich sechs Personen belegt gewesen. ,,Ganz selten sieht man mal ein Zelt an der Spree", sagt die Fachbereichsleiterin. Da es keine Registrierungspflicht gebe und Trebegänger auch nur selten Sozialbehörden anliefen, habe die Stadt dazu keine Statistik.

Wesentlich häufiger als Obdachlosigkeit ist Wohnungslosigkeit. ,,Es handelt sich dabei um Menschen, die mal hier, mal da unterkommen und über keinen eigenen Mietvertrag verfügen", sagt die Fachbereichsleiterin. In diesem Jahr hätten sich bisher 19 Männer und drei Frauen wohnungslos gemeldet, darunter 14 im Alter unter 25 Jahren. Im vergangenen Jahr seien es 50 Männer und neun Frauen gewesen, darunter 35 unter 25 Jahren.