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| 16:07 Uhr

Cottbus
Weniger Kugeln in Cottbus

In Cottbus haben in den vergangenen Jahren drei Bowlinganlagen dicht gemacht.
In Cottbus haben in den vergangenen Jahren drei Bowlinganlagen dicht gemacht. FOTO: migovar / fotolia
Cottbus. Mit dem Space hat ein weiterer Bowlingbetrieb für immer geschlossen. Die verbliebenen Bahnen finden ihre Nischen und haben Angebote für unterschiedliche Ansprüche. Von Peggy Kompalla

Einst war Cottbus die Bowlinghochburg schlechthin. Zu DDR-Zeiten befand sich die einzige Anlage der Region in der Stadtpromenade – oder besser: unter der Stadtpromenade. Das Bowling war der Treff schlechthin – mit Disco gleich nebenan. Der Inbegriff der Moderne. Die Zeiten sind lange vorbei. Von dem beliebten Freizeitzentrum sind nur noch Katakomben übrig. An der Stelle soll ein Einkaufszentrum entstehen. Ähnliche Schicksale haben weitere Anlagen ereilt, die nach der Wende in den 90ern in Cottbus entstanden. Bis vor wenigen Jahren gab es sieben Bowlinganlagen in der Stadt. Nach dem McBowl und dem Steintal Bowling hat nun auch das Space für immer geschlossen. Damit bleiben in der Stadt vier Anlagen übrig. Dabei ist jeder Anbieter bemüht, die Nische für seine Kundschaft zu finden. Und ein neuer will mitmischen.

Die größten Anlagen betreibt Jürgen Siewert. Mit der Freizeitoase am Amtsteich und dem CB Bowling in Schmellwitz bietet er sowohl dem Freizeit- als auch dem Sportbowler genau die passende Anlage. In Schmellwitz fühlen sich die Sportler wohl. Dort trägt die Stadtliga auf der seillosen Anlage ihre Turniere aus. „Der Vorteil von der Freizeit­oase ist die Lage“, sagt Siewert und schiebt hinterher: „Und der Biergarten.“ Denn Bowling sei ein Wintergeschäft. Außerhalb der Saison brauche es ein weiteres Standbein, um zu Überleben. Das Bowlinggeschäft lebe vom Service und sei arbeitsintensiv. „Allein in der Freizeit­oase habe ich zwölf Angestellte.“

Angesichts der Veränderungen im Bowlinggeschäft in Cottbus sagt der Unternehmer: „Fakt ist, dass wir auf die Einwohnerzahl gerechnet zu viele Bahnen hatten.“ Der Markt habe sich nun bereinigt. Das sagt sich einfach. Aber Siewert weiß, wovon er spricht, hat er doch selbst das Steintal Bowling einige Zeit betrieben und es aufgeben müssen. Es hatte sich schlicht nicht mehr gerechnet.

Thomas Altmann führt im Familienbetrieb die Bowlingklause an der Straße der Jugend. Das gemütliche Restaurant mit zwei verkürzten Bowlingbahnen läuft seit 22 Jahren. „Wir haben 95 Prozent Stammkunden“, sagt der Chef. „Weihnachten ist auf drei Jahre im Voraus ausgebucht.“ Die Bowlingklause punktet vor allem mit der intimen Atmosphäre und tatsächlich auch mit der Größe. Auch wenn das zunächst komisch klingt. Aber die verkürzten Bahnen seien besonders bei den Senioren beliebt. „Die schätzen die Anlage“, sagt Thomas Altmann. Für sie öffnet er deshalb auch vormittags und in diesem Jahr soll der Anlauf erneuert werden. Das wird natürlich im Sommer erledigt, wenn das Bowlinggeschäft deutlich abflaut.

Im Waldhotel von Olaf Schöpe gibt es sechs Bahnen. Der Hotelier sagt: „Zu uns kommen keine Sportler oder etwa Laufkundschaft. Wir haben die Anlage als Ergänzung für unsere Gäste für Feierlichkeiten angeschafft.“ Die Bowlinganlage ergänze das Hauskonzept. „Bei uns hat das eher Eventcharakter. Die Bahn ist auch bei Kindergeburtstagen sehr beliebt.“

Im Gut Branitz sind aus alten Hotelzeiten als Überbleibsel zwei Kegelbahnen erhalten geblieben. Die Räumlichkeiten seien wieder hergerichtet, mit dem Kulinarium Gastronomie vorhanden. Geschäftsführer Gerd Mielke verrät: „Der Gedanke ist da, die Bahnen zu erneuern und eventuell umzubauen, so dass dort gebowlt werden kann. Das wäre eine gute Ergänzung.“