Noch existiert die neue Ausstellung nur auf dem Papier. Doch die Kirchentür von Werben aus dem Jahr 1408 wird auf jeden Fall einen zentralen Platz einnehmen. Sie ist nicht nur das großformatigste, sondern auch eines der ältesten Objekte aus dem Fundus. Aber nicht nur die Ausstellungsräume sind zu planen. Auch die Texte für den Audioguide und die Stationen für Multimedia-Produktionen sind zu erarbeiten.

Auch wenn sich ein Museum naturgemäß mit Geschichte befasst, soll das Gezeigte nicht Schnee von gestern sein. "Heute kann ein Museum nur dann Bestand haben, wenn es in der Gegenwart ankommt", stellt Steffen Krestin, Leiter der städtischen Sammlungen, fest.

Zwar haben sich die Planer inzwischen aus finanziellen Gründen von einem überdachten Innenhof verabschiedet. Allerdings soll der Hof auch künftig für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt werden. Zudem ist vorgesehen, ihn durch eine bessere Präsentation von Kunstobjekten gestalterisch aufzuwerten.

Im Mittelpunkt der Planungen stünden die zwei Zielgruppen des Museums, betont Krestin. Einerseits handle es sich um die sorbische/wendische Bevölkerung der Region, die das Museum als Kultur- und Sprachzentrum nutze. Die zweite Gruppe sind nicht sorbisch sprechende Touristen, Schüler und Cottbuser, denen Kultur und Geschichte des kleinen slawischen Volks sowie eine Sensibilität für deren Sprache vermittelt werden soll.

Geplant sind 30 bis 40 Stationen für den Audioguide, mediale Inszenierungen, Interviews in Film und Ton sowie Objektfilme, die die klassische Objektauswahl ergänzen sollen. In Zentrum der Ausstellung steht die sorbische/wendische Sprache. So bereitet der Cottbuser Filmemacher Donald Saischowa Porträtfilme mit Muttersprachlern vor, die mit deutschen Untertiteln ergänzt werden sollen.

An den Besucherempfang mit Foyer, Kasse und Filmvorführung im Erdgeschoss schließt sich der Rundgang durch die sorbische/wendische Alltagswelt im Obergeschoss an. Dort erwartet die Museumsbesucher ein Glaubensraum, der sich unter anderem mit der Reformation, dem Kirchenleben und den Kirchgangstrachten beschäftigt. Im sich anschließenden Sprachraum ist der Übersetzung des Neuen Testaments, die als die Geburtsstunde der niedersorbischen Schriftsprache gilt, viel Platz gewidmet. Doch hier geht es nicht nur um Schriftsprache und Literatur. "Wir wollen den Besuchern das Angebot unterbreiten, auch selbst niedersorbisch zu sprechen und zu schreiben", sagt Steffen Krestin.

Ein weiterer Abschnitt widmet sich dem sorbischen Brauchtum im Jahres- und Lebenslauf. Gegenstand sollen Bräuche sein, die mit den Jahreszeiten in Verbindung stehen, aber auch jene Überlieferungen, die den Menschen von der Geburt bis zum Tod begleiten.

Im Reiseraum können sich die künftigen Besucher mit der Auswanderungswelle im 19. Jahrhundert ebenso befassen wie mit heutigen Wanderungsbewegungen bis hin zur Vernichtung von wendischer Kulturlandschaft durch den Bergbau.

Nach den Worten von Steffen Krestin soll eine Dauerausstellung entstehen, die modernen Anforderungen an ein Museum gerecht wird und deshalb auf lange Zeit Bestand hat. Das bedeutet nicht nur viel Arbeit für die Ausstellungsmacher, sondern ist auch nicht zum Niedrigpreis zu haben. "Wir rechnen mit 500 000 Euro für die Neugestaltung der Ausstellung", sagt Krestin. Hauptgeldgeber sei die Stiftung für das sorbische Volk.