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| 17:21 Uhr

Wetter
Wein wächst bei dem Wetter super

Karola und Martin Krause sind auch jetzt auf ihrem Klein Oßniger Weinberg. An den Rotweinstöcken ist ein Reduktionsschnitt nötig, damit die Trauben bis zur Ernte in 14 Tagen noch optimal reifen können.
Karola und Martin Krause sind auch jetzt auf ihrem Klein Oßniger Weinberg. An den Rotweinstöcken ist ein Reduktionsschnitt nötig, damit die Trauben bis zur Ernte in 14 Tagen noch optimal reifen können. FOTO: Marion Hirche
Klein Oßnig. Weinernte auf dem „Sonnenhügel“ Klein Oßnig beginnt einen Monat früher als üblich Von Marion Hirche

Mensch, Tier- und Pflanzenwelt ächzen unter der Gluthitze. Die Jungstörche stehen auf der Straße zwischen Laubst und Siewisch und suchen hinter dem Kalkauto auf dem abgemähten Feld nach Nahrung. Auch beim Säubern des Feldrains gegenüber fällt kaum Stärkendes an. Keine guten Vorzeichen für ihre große Reise nach Südafrika, die die Jungen in wenigen Tagen antreten werden. Die Bauern auf dem gegenüberliegenden Feld hoffen auf Regen, nicht weil der Mais am Vertrocknen ist, sondern weil in wenigen Tagen die Rapssaat in den Boden kommt und bei anhaltender Trockenheit keine guten Startbedingungen hat. „Dann wirkt sich das auch auf das Ernteergebnis im nächsten Jahr aus“, wissen sie.

Auf einem Kolkwitzer Biohof unternehmen die Mitarbeiter alle Anstrengungen, um die Gänse gut zu füttern und genügend Wasser zu geben, damit sie richtige Weihnachtsgänse werden. Während hier also alle ein wenig mit der Hitze hadern, freut sich Hobbywinzer Martin Krause. Er bewirtschaftet mit seiner Frau Karola seit zehn Jahren den „Sonnenhügel“ in Klein Oßnig. „Das ist ein guter Standort, denn hier war schon vor 150 Jahren ein Weinberg und unsere Altvorderen wussten schon warum. Zudem gehört ja Cottbus und Umgebung zu den sonnenreichsten Regionen Deutschlands und das ist die beste Voraussetzung für guten Wein“, betont Martin Krause. Auf knapp einem halben Hektar haben die Krauses drei Rebsorten angepflanzt: „Solaris“ und „Johanniter“ und die roten „Regent-Trauben“. In diesem Jahr ist alles prächtig gewachsen. „Natürlich hat sich jetzt auch unsere Tröpfchenbewässerung bewährt, die wir im April und im Juli eingeschalten haben. Noch öfter war das nicht nötig, weil unsere Pflanzen jetzt schon aus der Tiefe Feuchtigkeit holen und oberflächenmäßig haben die Regengüsse am 10. Juni, 12. Juli und 25. Juli ausgereicht“, zitiert der Mann mit dem Strohhut aus seinem Weinbergtagebuch.

Schon jetzt haben die Trauben eine Oechsle-Zahl von 89, bis Mitte nächster Woche wird wohl die Hunderter-Grenze erreicht werden. „So hoch war dieser Wert zu diesem Zeitpunkt noch nie in unserer Winzerzeit“, freut sich Karola Krause. Zwar mussten in den vergangenen Wochen öfter Reduktionsschnitte gemacht werden, um den kräftigen Trauben optimal Wachstumsbedingungen zu geben, dafür winkt jetzt aber ein echt süffiger Wein. In Folge der Wärme und Sonne erfolgt die Weinlese in diesem Jahr vier Wochen eher als in den vorangegangenen Jahren. Anfang nächster Woche werden die „Johanniter“-Früchte gelesen. „Dann sind wir etwa zehn Weinfreunde, die mitmachen. Unter ihnen natürlich auch unsere Weinkönigin Carola Koch.“ Kosten kann man diese „grünen süßen Kullern“ dann das erste Mal am 9. September, also zu dem Zeitpunkt, wo eigentlich geerntet werden sollte. Dann wird es beim Weinbergfest zwischen 12 und 18 Uhr Federweißen geben.