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Weil sich die Rechtsfragen zu Baum, Marder und Bienen häufen

Der Chef der Naturschützer in Kolkwitz, Werner Richter, hat Fragen gesammelt.
Der Chef der Naturschützer in Kolkwitz, Werner Richter, hat Fragen gesammelt. FOTO: ani
Kolkwitz. Wer kontrolliert, ob die Landwirte beim Aufbringen von Gülle und Unkraut- und Schädlingsvernichter im Kreisgebiet Spree-Neiße den rechtlichen Rahmen einhalten? Was muss der Bürger bei Baumfällen beachten? Annett Igel-Allzeit

Und muss er es hinnehmen, wenn ihn Hornissen ängstigen oder der Marder in seinem Haus auf dem Dachboden lebt? Wie andere regionale Naturschutzbundgruppen bekommen auch die Kolkwitzer Naturschützer oft solche Anfragen von Bürgern – besonders an den Wochenenden, wenn die Ämter und Behörden geschlossen sind. Werner Richter, Vorsitzender des Naturschutzvereins der Großgemeinde, hat deshalb jetzt verschiedene Rechtsfragen, die den "Grünen Bereich" betreffen, gesammelt und sich um Experten bemüht.

Am heutigen Donnerstagabend will er gemeinsam mit Vertretern aus dem Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung, der Unteren Naturschutz-, Fischerei- und Jagdbehörde Spree-Neiße und der Gemeindeverwaltung Kolkwitz so viele Fragen wie nur möglich beantworten.

Mit der Umsiedlung von Ameisen haben die Kolkwitzer Naturschützer selbst viel Erfahrung. Sogar im Branitzer Park haben sie schon bei einer Ameisenumsiedlung geholfen. Auch das Thema Glyphosat lässt Werner Richter nicht los. "Der Rat an die Imker, mit den Bauern zu sprechen, klingt ja ganz nett. Aber bitte, was machen unsere Wildbienen und andere Insekten?" Wie es um den Glyphosat-Einsatz im Bereich der Großgemeinde bestellt ist, wüssten die Naturschützer gern. Verboten ist der Einsatz noch nicht: Vorerst bis Dezember 2017 hat ihn die EU-Kommission noch einmal zugelassen. Bis dahin soll eine Chemieagentur herausfinden, ob der Unkrautvernichter krebserregend ist. Dass Glyphosat - wie einige Pestizide - die Artenvielfalt verringert, ist bereits erwiesen. Der Amtstierarzt des Spree-Neiße-Kreises, Dietmar Vogt, hatte im Juni ein bundesweites Honig-Monitoring angeregt, nachdem im Honig aus einer Korbblumen-Tracht bei Klein Döbbern hundertmal mehr Glyphosat-Rückstände gefunden worden waren, als erlaubt sind. Doch wann wird ein Monitoring auch umgesetzt?

Auch um die Zuständigkeit für Bäume an Gräben soll es heute Abend gehen und um tote Wildtiere auf privaten Grundstücken. Die Veranstaltung im "Alten Forsthaus" in der Koschendorfer Straße 15 in Kolkwitz beginnt um 19 Uhr.