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| 20:25 Uhr

Spektakel für den guten Zweck
Weihnachtsbaum-Weitwurf für ein neues Handbike

 Am Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Ströbitz fliegen die Weihnachtsbäume. Die Startgelder gehen an eine junge Querschnitts gelähmte Cottbuserin, die das Geld für ein neues Handbike einsetzen will. 
Am Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Ströbitz fliegen die Weihnachtsbäume. Die Startgelder gehen an eine junge Querschnitts gelähmte Cottbuserin, die das Geld für ein neues Handbike einsetzen will.  FOTO: Marion Hirche
Cottbus. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Ströbitz sorgen für einen Jahresauftakt nach Maß. Ein Spaßwettbewerb spült nun bereits im fünften Jahr Geld für den guten Zweck in die Kasse. Eine Rolli-Fahrerin bleibt mobil. Von Marion Hirche

Die Zeit ist reif, den Weihnachtsbaum aus der guten Stube zu entsorgen. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Ströbitz machen daraus ein Spektakel. Zum inzwischen fünften Weihnachtsbaumweitwurf-Wettbewerb am Gerätehaus sind am jüngsten Wochenende etwa 100 Männer, Frauen und Kinder  gekommen.

Zumeist flogen die vom Veranstalter gestellten Nadelbäume. Und ein Ströbitzer sorgte mit 6,90 Metern für die größte Weite beim Wurf der ausgedienten Bäume. Damit kam er aber  nicht an den Rekord von fast 17 Metern aus dem ersten Wettbewerbsjahr heran. Gesagt sei aber: Damals gab es auch recht kräftige Windunterstützung.

Bei den Frauen setzte sich eine „Weihnachtsbaum-Profiweitwerferin“ durch: Jennifer Jurisch gewann wie in den Vorjahren, diesmal mit  6,20 Metern. Hier kam Sandra Wedler aus Cottbus mit  5,10 Metern auf den dritten Platz.

Sie hatte  die Idee für den Spendenempfänger des jüngsten Wettbewerbes. „Meine Freundin sitzt seit ihrer Kindheit im Rollstuhl und braucht jetzt ein neues Handbike, um im Alltag beweglich zu bleiben“, berichtet sie. „Die Krankenkasse übernimmt nicht alle Kosten dafür. Das habe ich meinem Freund, der bei der Ströbitzer Feuerwehr ist, erzählt. So haben sich die Kameraden entschieden, in diesem Jahr die Startgelder des Wettbewerbes meiner Freundin zur Verfügung zu stellen“, sagt die Cottbuserin erfreut. Bei ihrem Wurf wurde sie von ihrer Freundin Steffanie Loose im Rollstuhl natürlich auch beobachtet.

„Ich freue mich riesig, dass mir die Feuerwehrkameraden helfen wollen. Mein altes Spezialfahrrad ist nicht mehr brauchbar. Ich nutze es, um zur Arbeit und zum Einkaufen zu kommen. Damit ich mein Leben weiter selbständig meistern kann, ist das Handbike also sehr wichtig. Und mit der Spende wird es wohl klappen“, erzählt die 31-Jährige strahlend.

Auch die 2-Euro-Startgebühr von Kay Kruppa, stellvertretender Präsident des Stadtfeuerwehrverbandes, landet in der Spendenkasse, die von den Ströbitzer Jugendfeuerwehrleuten  Jannick Heidel, Jason Schreyer und Jack Köbke verwaltet wird. Vor den Augen des Präsidenten Wolfgang Bialas landet der Baum des Vize bei 6,30 Metern: „Ich habe es mal mit der Diskustechnik versucht und finde, dass die Weite nicht so schlecht ist“, kommentiert er den Wurf.

Zu den vielen jungen Teilnehmern gehört auch Bruno Bucher (4) aus Skadow. Der ist mit seinem Vater Tony Welzel gekommen: „Ich habe hier mal gewohnt, und deshalb sind wir heute hier“, erzählt er. Zu den Ströbitzer Kameraden, die sich am Wettbewerb beteiligen, gehört auch Giambaltista-Ludivico Horwarth (7). Seine ganze Familie gehört der Ströbitzer Feuerwehr an. Sein Vater  Andre ist der Chef der Wehr im Cottbuser Ortsteil: „Wir haben jetzt 44 Mitglieder, darunter 16 Einsatzkräfte. 13 Kinder und Jugendliche gehören zu uns. Wir treffen uns jeden Dienstag, gestalten und unterstützen mehrere Veranstaltungen in Ströbitz“, erzählt er. Mutter Sabrina Horwarth steht am Sonnabend am Herd im Gerätehaus und  sorgt für leckere Plinse, verkauft aber auch Kuchen, Getränke und Schmalzstullen. „Vor fünf Jahren haben wir uns über die ausgedienten Weihnachtsbäume, die auf dem Müllplatz neben unserem Gelände gelagert wurden, geärgert. Das war ja auch eine Brandgefahr. Deshalb ist unser  Kamerad Michael Möbes auf die Idee gekommen, so einen Weihnachtsbaumweitwurfwettbewerb zu machen“, bringt sie in Erinnerung. „Das haben wir aufgegriffen und mit den Startgeldern bisher  schon  den Jugendklub M-Eck, das Haus Jule und eine Wohnungsbrand geschädigte Familie unterstützt“, erklärt der Feuerwehrchef.

Am Rande des  Wettbewerbs treffen sich Ströbitzer mit Freunden zum  Jahresauftaktplausch. Und auch die von Jörg Möbes in der Feldküche gekochten Eisbeine munden den Leuten: „Mehr als 100 Portionen sind rausgegangen“, bestätigt der Koch sichtlich zufrieden.