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| 06:21 Uhr

Wegen Terminvergabe droht Cottbuser Augenärztin Disziplinarverfahren

Handschlag zwischen Arzt und Patient im Büro
Handschlag zwischen Arzt und Patient im Büro FOTO: © Robert Kneschke - Fotolia.com
Potsdam/Cottbus. Weil eine Cottbuser Augenärztin gesetzlich Krankenversicherten Privatsprechstunden angeboten hat, droht ihr jetzt ein Disziplinarverfahren der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Brandenburg. Der Vorstand der Standesvertretung habe es beantragt, teilte ihr Sprecher Ralf Herre am Dienstagabend in Potsdam mit. dpa/bb

Dagegen habe es das Gremium nicht als bewiesen angesehen, dass die Medizinerin einen Termin gegen Geld in Aussicht stellte. Dies hatte sie selbst auch erst vor kurzem energisch dementiert: „Von einem Termin-Verkauf kann keine Rede sein.“

Nach eigener Darstellung hat die Ärztin überdurchschnittlich viele Kassenpatienten zu versorgen und kann keine weiteren mehr aufnehmen. Um im Einzelfall trotzdem helfen zu können, gebe es das Angebot, in ihre Privatsprechstunde zu kommen. Dies sei ein Verstoß gegen die vertragsärztlichen Pflichten, kritisierte jetzt der KV-Vorstand.

„In dem Angebot zum Abschluss eines privaten Behandlungsvertrages liegt eine Beeinflussung des Patienten vor, wenn diesem Angebot praxisorganisatorische Gründe und nicht der Wunsch des Patienten zugrunde liegt“, heißt es in der Mitteilung. Die Staatsanwaltschaft Cottbus prüft derweil den Anfangsverdacht einer Straftat. Eine Patientin hatte die Augenärztin angezeigt.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung (Mittwoch) haben Patienten der KV über ähnliche Erfahrungen mit fünf brandenburgischen Ärzten berichtet. Auch ihnen drohten jetzt Konsequenzen. Dem Blatt zufolge kann der Disziplinarausschuss der KV Rechtsverstöße von Medizinern mit Verwarnungen oder Geldstrafen ahnden. Die schlimmste Strafe wäre der Entzug der Kassen-Zulassung. Er komme allerdings in den vorliegenden Fällen nicht infrage.