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Landesmuseum
Wege nach außen und innen und die Lust am Morden

Krimiautorin Franziska Steinhauer stellt ihr Lieblingsbild "Lustmord" von Otto Dix vor.
Krimiautorin Franziska Steinhauer stellt ihr Lieblingsbild "Lustmord" von Otto Dix vor. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLmK) hatte am Samstagabend zur langen Nacht eingeladen. Los ging es am späten Nachmittag auf dem Platz am Stadtbrunnen. mih1

Mit sorbisch/wendischer Musik und poetischen Worten der Studentin und Autorin Jill-Francis Käthliz ist das Kunstprojekt Jo Achermanns "Von Außen nach innen. Von Ort zu Ort" nach seinen temporären Standorten am damaligen Kunstmuseum Dieselkraftwerk, dem BTU-Campus und dem Platz Am Stadtbrunnen auf seine Reise zu seinem endgültigen Standort, dem Klinikum Lauchhammer, verabschiedet worden. Rund eineinhalb Jahre hatte das Kunstprojekt, im Volksmund auch respektlos oder liebevoll "Kartoffelkiste" genannt, für Aufsehen und Diskussionsstoff in den jeweiligen Sichtachsen gesorgt. Etwas wehmutsvoll betrachtete am Samstag der Urheber des Kunstwerkes, Jo Achermann, das Ende der Cottbuser Phase seines Projektes und wünschte sich, dass es vielleicht in absehbarer Zeit in Cottbus erneut ein ähnliches Projekt gibt.

Am Samstagabend war die Finissage des Kunstprojektes nur der Auftakt für eine lange Nacht im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst. Während neben dem Eingang Urban Art Cottbus/Den Haag in ihrer Live-Performance vor den Augen der neugierigen Besucher ein Kunstwerk mit breitflächigen Pinseln und Spraydosen entstehen ließ, konnten Neugierige auf eigene Faust die Kunstschätze im Museum entdecken und beim Zeichenworkshop von Jakob Hinrichs in die Geheimnisse der Illustration einweihen lassen. Oder sie nutzten die Gelegenheit, sich von prominenten Cottbusern deren Lieblingsbilder erklären zu lassen.

Zu jenen, die gleich zu Beginn eine ganze Traube von Kunstinteressenten um sich geschart hatte, gehörte auch die Krimi-Autorin Franziska Steinhauer. Und welches war ihr Lieblingsbild? Klar, der "Lustmord" von Otto Dix.

Ganz so blutrünstig ging es in der Lesebühne mit Matthias Heine, Mathies Rau und Udo Tiffert nicht zu. Letzterer las aus seinem Poesiealbum 304 und hatte ob seiner humorvollen, trockenen Art immer wieder die Lacher auf seiner Seite.

Die Besucher hatten auch die Möglichkeit, bei Depotführungen mit Carmen Schliebe und Jörg Sperling einen Blick in die "Schatzkammern" des Museums zu werfen. Zum Ausklang der langen Museumsnacht gab es einen musikalischen Parforceritt durch die 1920er-Jahre, dargeboten von Susanne Jansen und begleitet von Lutz Schlosser auf der Gitarre.

Zu jenen, die extra zur Museumsnacht nach Cottbus gekommen waren, gehörten auch Anne-Kathrin und Thomas Lange aus Lauta. "Wir wollten uns schon lange mal die Ausstellungen, vor allem, die von Lothar Böhme, anschauen. Ein Bild der Leihgaben hat uns besonders gefallen, das würden wir gern kaufen", sagten sie.

Stammgäste im Kunstmuseum am Cottbuser Amtsteich sind dagegen Anne-Kathrin Selka und Stefan Restemeier. "Das war ein schöner, bunter und gemütlicher Abend", resümieren sie. Wir sind Fans von der Lesebühne. Die hat uns besonders gut gefallen."