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Wassertag lockt Wissensdurstige

Schlange stehen für einen Blick aus der Vogelperspektive. Am Samstag nutzten die Cottbuser die Gelegenheit, um den Wasserturm zu besteigen.
Schlange stehen für einen Blick aus der Vogelperspektive. Am Samstag nutzten die Cottbuser die Gelegenheit, um den Wasserturm zu besteigen. FOTO: Helbig/mih1
Cottbus. Dass Wasser aus der Leitung kommt, ist für viele selbstverständlich. Doch welchen langen Weg unser wohl wichtigstes Lebensmittel von der Quelle bis zum Wasserhahn zurücklegt und was auf diesem passiert, wissen die Wenigsten. Stephan Meyer / sme1

Diese und viele andere Fragen rund um das Thema Wasser wurden am Sonnabend auf dem Gelände des Sachsendorfer Wasserwerks beantwortet. Die LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG (LWG) veranstaltete dort erneut ihren jährlich stattfindenden Tag der offenen Tür und lud die Cottbuser dazu ein, hinter die Kulissen der Wasserwirtschaft zu schauen.

Zahlreiche große Projekte hat das Unternehmen dieses Jahr bereits erfolgreich gemeistert. Darunter der Austausch von Trinkwasserrohrleitungen im Kollektor Turnower Straße, der Bau eines Staukanals unter dem Bahnhofsvorplatz oder die Rekonstruktion des Abwasserhauptpumpwerks in der Hans-Sachs-Straße. "Wir gehen davon aus, dass 2017 wirtschaftlich ähnlich erfolgreich werden wird wie 2016", teilt Marina Röwer, Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit der LWG, mit. Man realisiere die Kernaufgaben, Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, zur Zufriedenheit der Kunden.

Wie die Trinkwasserversorgung funktioniert, ließen sich die Besucher des Tages der offenen Tür bei den zahlreichen Führungen über das Gelände des Wasserwerkes erklären. "Wir reden hier nicht von Wasserverbrauch, sondern von Wassergebrauch", erzählte Werner Meisel, ehemaliger LWG-Mitarbeiter, bei einem seiner Rundgänge. "Es geht ja kein Tropfen verloren." Die neugierigen Besucher hingen an Meisels Lippen und staunten nicht schlecht, als er ihnen erzählt, dass das Wasserwerk das einzige sei, das alternative Energien nutzt. Auf dem Gelände steht eine Fotovoltaikanlage, die Strom produziert. Um den ständig steigenden Anforderungen zu entsprechen, wurde im Wasserwerk fast ständig gebaut und investiert. Die LWG modernisiert Jahr für Jahr ihre Anlagen und Netze. "Unter anderem deshalb seien die Trinkwasserpreise so stabil", erklärte Meisel.

Die Liste aktueller und geplanter Bauvorhaben ist lang. Unter anderem wird im September mit der anspruchsvollen Sanierung der Filteranlage des Wasserwerks Sacrow-Waldow begonnen. Auch sollen in Kolkwitz Trinkwasserleitungen erneuert werden sowie in Gallinchen und in Südstadt Kanäle umfassende saniert werden. Dem Wasserwerk selbst sieht man aufgrund der zahlreichen Modernisierungen seine 120 Jahre Dauerbetrieb nicht unbedingt an. Seit der Fertigstellung 1897 versorgte es die Cottbuser Bürger mittlerweile mit etwa 600 Millionen Kubikmeter Wasser.

Letzte Station einer jeden Führung war der Wasserturm. Wer sich der 198 Treppenstufen annahm, wurde mit einem fantastischen Ausblick über Cottbus belohnt. Die kleinsten Besucher des Events kamen dank Hüpfburg und Wasserparcours ebenfalls auf ihre Kosten. Für einen caritativen Zweck wurde auch erneut eine Tombola veranstaltet. Die Erlöse aus dem Losverkauf kommen in diesem Jahr den Johannitern mit ihrer Aktion "Kinderwünsche" zugute. Die Hilfsorganisation erfüllt mit dem Geld schwerstkranken Kindern Herzenswünsche, mit der Absicht ihnen wieder Kraft und Lebensfreunde zu schenken.

Große Bedeutung beim Tag der offenen Tür wurde dem Thema Ausbildung beigemessen. Die Veranstaltung wurde genutzt, um das neue Lehrjahr feierlich zu eröffnen. Haben andere Branchen seit Jahren ernste Probleme adäquate Lehrlinge zu finden, scheint dies für die Wasserwirtschaft nicht zuzutreffen. "Wir nehmen uns seit 22 Jahren den Herausforderungen des demografischen Wandels an", sagte Martin Eger, technischer Geschäftsführer der LWG bei der Eröffnung. 17 junge Männer starten dieses Jahr ihre Ausbildung bei dem Wasserwirtschaftsunternehmen, so viele wie seit 21 Jahren nicht. Allein für die drei LWG-eigenen Ausbildungsplätze gab es etwa 40 Bewerber. Die übrigen 14 Azubis bildet das Unternehmen für Partnerunternehmen und -Verbände aus. Den Grund für die hohen Bewerberzahlen sieht Eger im guten Ruf des Unternehmens und der Qualität der Ausbildung. Diverse Ausbildungspreise sowie die Tatsache, dass es in all den Jahren keine Lehrabbrecher gab, beweisen das.