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| 06:17 Uhr

Wochenlange Hitze
So geht der Spree bei Trockenheit nicht das Wasser aus

Spreewasser für das Biosphärenreservat Spreewald, für den Erhalt von Natur und Umwelt in der Region, für die Trinkwasserversorgung von Berlin und auch von Frankfurt (Oder): Um den Flusslauf stets mit Wasser zu versorgen, haben die vor mehr als 40 Jahren angelegten Talsperren Quitzdorf und Bautzen in Sachsen (siehe Grafik) eine herausragende Bedeutung. Sie stellen in Dürreperioden Wasser für Brandenburg zur Verfügung.  
Spreewasser für das Biosphärenreservat Spreewald, für den Erhalt von Natur und Umwelt in der Region, für die Trinkwasserversorgung von Berlin und auch von Frankfurt (Oder): Um den Flusslauf stets mit Wasser zu versorgen, haben die vor mehr als 40 Jahren angelegten Talsperren Quitzdorf und Bautzen in Sachsen (siehe Grafik) eine herausragende Bedeutung. Sie stellen in Dürreperioden Wasser für Brandenburg zur Verfügung.   FOTO: Tourismusverband/Steudtemann
Cottbus. Hitze und kein Ende. Bei Trockenheit greift ein Konzept für die Lagunenlandschaft, in dem der Freistaat Sachsen wichtigster Partner ist. Von Christian Taubert

Es kommt Regen in die Lausitz. Da sind sich Meteorologen ziemlich sicher. Bis Donnerstag gibt es für Landwirte, Förster oder Kahnfährleute Hoffnung, dass die seit Wochen andauernde Trockenheit und das Wasserdefizit zumindest gemildert werden.  „Jeder Regen hilft“, sagt Kurt Augustin, Abteilungsleiter Wasser und Bodenschutz im Potsdamer Umweltministerium, der RUNDSCHAU. Er fügt aber sofort hinzu, „dass selbst zwei Tage mit Regenschauern nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind“. Das Wasserdefizit sei viel zu hoch. „Das kann aber nur ein tagelanger Landregen ausgleichen.“ Den Spreewald, erklärt Augustin, „rettet“ stets das mit Sachsen vertraglich fixierte Wassermanagement für die Spree.

Spreewasser für das Biosphärenreservat Spreewald, für den Erhalt von Natur und Umwelt in der Region, für die Trinkwasserversorgung von Berlin und auch von Frankfurt (Oder): Um den Flusslauf stets mit Wasser zu versorgen, haben die vor mehr als 40 Jahren angelegten Talsperren Quitzdorf und Bautzen in Sachsen eine herausragende Bedeutung. Sie stellen in Dürreperioden Wasser für Brandenburg zur Verfügung.
Spreewasser für das Biosphärenreservat Spreewald, für den Erhalt von Natur und Umwelt in der Region, für die Trinkwasserversorgung von Berlin und auch von Frankfurt (Oder): Um den Flusslauf stets mit Wasser zu versorgen, haben die vor mehr als 40 Jahren angelegten Talsperren Quitzdorf und Bautzen in Sachsen eine herausragende Bedeutung. Sie stellen in Dürreperioden Wasser für Brandenburg zur Verfügung. FOTO: LR / Elisabeth Wrobel, Stepmap

Rekordtemperaturen im April, Tropennächte im Mai und ein seit Monaten anhaltendes Niederschlagsdefizit bei trocken-warmen Temperaturen zeigen Folgen für den Wasserhaushalt auch in Südbrandenburg und Ostsachsen. Für Brandenburgs Landesumweltamt zeichnet sich keine Wende in der Langfristprognose ab. Das heißt: Sommerlich hohe Temperaturen werden weiter prognostiziert. Abflusswirksame Niederschlägen, die eine Entspannung für die Flüsse und Bäche der Lausitz bringen könnten, würden damit nicht erwartet. Schon jetzt seien geringere Fließgeschwindigkeiten in der mittleren und unteren Spree und niedrige Wasserstände unterhalb des Spreewalds zu verzeichnen.

Um die Wasserversorgung der Spree zu sichern, greift die Behörde auf ein Maßnahmenpaket zurück, das in den zurückliegenden Jahren erarbeitet worden ist. Dabei sind in die Analyse die vergleichbaren Sommer 2006 und 2015 eingeflossen. Heute wird in solchen Situationen die Spree nach einem Konzept bewirtschaftet, das in der Region abgestimmt ist und dessen aktuelle Fassung dem Land als Handbuch dient. Das Landesumweltamt verweist darauf, dass durch diese Vorgehensweise Stress für die Tier- und Pflanzenwelt reduziert sowie Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die touristische Gewässernutzung gering gehalten werden sollen.

Zur Anwendung kommt das Konzept, wenn am Spreepegel Leibsch (Dahme-Spreewald) Alarm geläutet wird. Hier, am Ausgang des Unterspreewaldes Richtung Berlin, darf die Wasser-Abflussmenge von 2,5 Kubikmeter je Sekunde nicht unterschritten werden. Aktuell, so die Behörde, liegen die Abflüsse in Leibsch bereits um zwei Kubikmeter je Sekunde. Und das, obwohl bereits 13 Kubikmeter pro Sekunde aus der Talsperre Spremberg entnommen werden. „Bei uns sind die Wehre dicht, damit das wenige Wasser länger im Spreewald verbleibt“, schildert Volker Buchan von der Genossenschaft der Kahnfährleute in Lübbenau die Situation. Noch sei das Kahnfahren nicht beeinträchtigt. Buchan sagt aber auch ganz klar: „Wir haben Glück, dass uns Talsperren mit Wasser versorgen.“

 Wasserexperte Augustin macht deutlich, dass der Freistaat dabei der wichtigste Partner ist. Denn dessen Talsperrenverwaltung sowie die Flutungszentrale der Bergbausanierer von der LMBV sorgen dafür, dass die Spree und damit der Spreewald nicht trocken laufen. Schon heute sind nach Angaben des Landesumweltamtes die erhöhten Abgaben aus der Talsperre Spremberg nur möglich, weil Brandenburg zusätzlich Wasser aus den sächsischen Talsperren Bautzen und Quitzdorf erhält. „Wir haben mit dem Freistaat vertraglich geregelt, dass wir in Extremlagen bis zu 20 Millionen Kubikmeter Wasser erhalten“, ergänzt Kurt Augustin.

Unterdessen wird aufgrund der angespannten Lage nicht mehr ausgeschlossen, dass in den kommenden Wochen der gesamte Bewirtschaftungsraum der Talsperre Spremberg ausgeschöpft werden muss.

Zudem appelliert das Landesamt für Umwelt an alle Grundstücksbesitzer, sparsam mit Wasserentnahmen aus Gewässern umzugehen. Private Gartenbewässerungen sollten in den frühen Morgen-, besser  in den Abendstunden erfolgen, um die Verdunstung so gering wie möglich zu halten. Für die Lausitzer weitet der Potsdamer Abteilungsleiter Kurt Augustin den Blick auf das ganze Land.

Für Oder und Havel oder für das Naturschutzgebiet Rhinluch im Norden des Landes gebe es keine Wasser-Rückhaltebecken, auf die in brenzligen Situationen zurückgegriffen werden kann. Augustin: „Dort kann nur Regen helfen.“