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| 01:08 Uhr

Wasserbehörde setzt die Spree auf Blitz-Diät

Zwei Mitarbeiter der Wasserwirtschaft, Horst Vogt und Hans-Jochen Kube, säubern das Kleine Spreewehr vom angespülten Müll.
Zwei Mitarbeiter der Wasserwirtschaft, Horst Vogt und Hans-Jochen Kube, säubern das Kleine Spreewehr vom angespülten Müll. FOTO: Foto: Jürgen Kaffka
Was ist denn mit der Spree los? Rasant sank der Wasserpegel in den letzten Tagen. Dabei gibt es eine einfache Erklärung für dieses Phänomen. Für die Bauarbeiten an der Brücke über den Mühlgraben dünnte das Kleine Spreewehr den Fluss in südlicher Richtung vorübergehend aus. Von RenÉ Wappler

Was da alles im Wehr strandete: ein paar Wurzeln, ein Baum, etliche Metallteile – schließlich kam ein Kran, um die Anlage vom anströmenden Abfall zu befreien. „Das ist ein positiver Aspekt der Aktion“ , sagt Klaus Teurich von der Unteren Wasserbehörde, „so räumen die Arbeiter gleich den Müll aus dem Wasser. Ab und zu liegt schon mal ein Fahrrad in der Spree.“
Knapp drei Kilometer liegen zwischen dem Kleinen Spreewehr und dem Ort, dem das Eindämmen des Flusses nutzen soll. Der Aufwand dient den Bauarbeiten der Uferstraßen-Brücke neben dem alten Dieselkraftwerk. Vor der Baustelle errichteten die Arbeiter einen künstlichen Erddamm, durchbohrt von Rohren, in denen das Nass ungehindert weiterfließen konnte – damit der Mühlgraben unter der Brücke auch während des Umbaus stets genug Wasser führte. Der Richtwert lautete: ein halber Kubikmeter pro Sekunde.
Die Firma „Strabag“ riss die alte Brücke über den Mühlgraben ab, um an gleicher Stelle eine neue Stahlbaubrücke zu errichten. Deren Bau, bezahlt von der Stadt und aus Modellstadt-Mitteln, ist fast beendet – und der Damm kann wieder verschwinden.
Nun gab es nur ein Problem: Bei normalem Pegel der Spree hätte der Damm-Abriss viel Arbeit gekostet. Der bessere Plan trat jetzt in Kraft: über das Kleine Spreewehr den Wasserpegel der Spree zu senken, bis die Auswirkungen auch in der Uferstraße zu spüren waren und der Damm – beinahe – im Trockenen entfernt werden konnte. „Dabei haben wir aber genau darauf geachtet, dass die Natur nicht wesentlich beeinträchtigt wird“ , erklärt Abteilungsleiter Klaus Teurich.
Die Arbeiten an der Brücke sollen nach Auskunft des Tief- und Straßenbauamtes bis zum 15. August vollständig abgeschlossen sein. Denn noch fehlt die Geländermontage.
Bis die benachbarte Straße Am Spreeufer wieder in Betrieb geht, dauert es ein wenig länger. Anfang Dezember: So steht es im Terminplan der Stadt.
Die Spree jedoch rauscht schon seit gestern wieder, wie es die Cottbuser von ihr gewöhnt sind. Kein flaches Flüsschen, sondern ein richtiger Strom.