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Was wird aus dem "Weltspiegel"?

Für mindestens 959 000 Euro zu haben: der "Weltspiegel".
Für mindestens 959 000 Euro zu haben: der "Weltspiegel". FOTO: dpa
Cottbus. Der Holzboden knarrt und in den roten samtbezogenen Kinositzen fühlen sich Besucher um Jahrzehnte zurückversetzt: Der "Weltspiegel" in Cottbus gilt als ältester noch bestehender Kino-Zweckbau in Brandenburg – auch deutschlandweit soll er zu den ältesten Lichtspielhäusern gehören. Das mehr als 100 Jahre alte Filmtheater wird von vielen Cottbusern geschätzt – doch die Zukunft ist ungewiss. dpa/roe

Am Dienstag steht die Zwangsversteigerung an, wie das Amtsgericht Cottbus ankündigte. Der Verkehrswert ist auf 959 000 Euro festgesetzt worden.

Das Filmtheater wurde nach Angaben des Kulturministeriums im Jahre 1999 in die Denkmalliste des Landes eingetragen. 2005 kaufte Ralf Zarnoch das Haus, das nach der Wende in den 1990er-Jahren geschlossen hatte. Das Jugendstil-Gebäude wurde nach dem Kauf aufwendig saniert, ein neuer Gebäudeteil mit Kinosälen kam hinzu, sodass der Weltspiegel seit 2011 Historisches mit Modernem verbindet. Zarnoch berichtet, dass sich während der Sanierung allerdings abzeichnete, dass sich die Baukosten erhöhen würden - und die Kredite nicht ausreichten. Das sei auch der Grund gewesen, warum der "Weltspiegel" im Herbst 2014 Insolvenz anmeldete, sagt der Kino-Inhaber. Der Betrieb lief seither weiter.

Als das Kinematographentheater "Weltspiegel" am 4. Oktober 1911 mit rund 800 Sitzplätzen eröffnete, gab es in der Stadt schon länger Interesse für die Welt des Films. Nach Angaben des Stadtmuseums hatten einige Jahre zuvor schon zwei andere Kino-Zweckbauten eröffnet, die es heute nicht mehr gibt.

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