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| 19:28 Uhr

Dissen
Eine Knochenflöte alsAbschiedsgeschenk

Kornelius Kusch (re.) war fünf Jahre lang Mitarbeiter im Heimatmuseum Dissen und verantwortlich für das Projekt „Stary lud“. Er verabschiedete sich jetzt und übergab den Staffelstab in Form einer Knochenflöte an seinen Nachfolger, den Berliner Torben Schmeiduch (l).
Kornelius Kusch (re.) war fünf Jahre lang Mitarbeiter im Heimatmuseum Dissen und verantwortlich für das Projekt „Stary lud“. Er verabschiedete sich jetzt und übergab den Staffelstab in Form einer Knochenflöte an seinen Nachfolger, den Berliner Torben Schmeiduch (l). FOTO: Marion Hirche
Dissen. Museumspädagoge verlässt Dissen / Nachfolger vorgestellt Von Marion Hirche

Die Freilichtanlage „Stary lud“ in Dissen hat einen neuen Mitarbeiter. Torben Schmeiduch hat gerade hier seinen Dienst angetreten. Der 45-Jährige kommt aus Berlin, hat in der Hauptstadt Frau und zwei Kinder, erwägt den Umzug in die Lausitz. Der studierte Archäologe hat bisher als Museumspädagoge gearbeitet. Außerdem ist er Vorstandsvorsitzender des Förderkreises des Museumsdorfes Düppel in Berlin. Das Museumsdorf ist eine Freilichtanlage, die 1975 mit dem Ziel gegründet wurde, ein gesamtes mittelalterliches Dorf auf den archäologisch ergrabenen Hausgrundrissen aufzubauen und den Alltag der Bewohner lebendig darzustellen. Die Häuser im zeitgleich entstandenen Berlin-Cölln des späten 12. Jahrhunderts haben wahrscheinlich nicht viel anders ausgesehen. Hier gibt es Geschichte – nicht nur zum Angucken wie in anderen Museen, sondern zum Anfassen, Ausprobieren, Hören, Riechen, Erfahren und Mitmachen. Die Häuser  wurden auf den  Ausgrabungsstellen errichtet und waren vermutlich Behausungen für slawische Siedler.  Genau hier hat Torben Schmeiduch auch den Schnittpunkt für seine neue Arbeit: „Ich bin gespannt  und möchte die pädagogische Arbeit, die hier war, fortführen. Ich will aber auch neue Projekte initiieren“, sagte der Neue bei seiner Vorstellung. Christina Kliem, die Vorsitzende des Fördervereins des Heimatmuseums, hatte da einen Vorschlag:“ Wir wollten ja auch mal eine Theatergruppe aufbauen“.

Der Förderverein kümmert sich um das Projekt „Stary lud“, die Gemeinde Dissen-Striesow bezahlt die Stelle. Die besten Wünsche für den  neuen Mitarbeiter hatten nicht nur die Museumsleiterin Kathrin Schwella, die Sorben/Wendenbeauftragte des Spree-Neiße-Kreises  Kerstin Kossack, Dissens Bürgermeister Fred Kaiser, sondern auch sein Vorgänger Kornelius Kusch. Der 36-Jährige hat fünf Jahre lang die museumspädagogische Arbeit in der  Freilichtanlage am Rand von Cottbus aufgebaut. Er verlässt  jetzt Dissen, bleibt aber Mitglied im Förderkreis und wird zahlreiche Projekte, wie das  Kriegertreffen im Herbst als Vereinsmitglied mitgestalten. Kusch plant die Aufnahme eines Studiums. An seinen Nachfolger übergab er symbolisch als Staffelstab einen Ballen Leinen, einen Webkammgürtel und eine aus einem Storchenknochen geschnitzte Flöte. Beide Männer brachten den Wunsch zum Ausdruck, die Zusammenarbeit der beiden Freilichtanlagen zu intensivieren. Viel Zeit zur Begrüßung gab es nicht, denn kurz nach der Danksagung und Begrüßung kam eine Schulklasse, um auf historischen Spuren zu wandeln.