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| 18:58 Uhr

Jugendkonferenz 2018
Alles andere als perspektivlos

Zahlreiche Teilnehmer haben sich bei der Cottbuser Jugendkonferenz 2018 am Donnerstag im Stadthaus in Workshops ausgetauscht.
Zahlreiche Teilnehmer haben sich bei der Cottbuser Jugendkonferenz 2018 am Donnerstag im Stadthaus in Workshops ausgetauscht. FOTO: Daniel Schauff / LR
Cottbus. Jugendliche diskutieren im Stadthaus, wie sie sich bei den Entwicklungen in der Stadt einmischen können. Von Daniel Schauff

Und zack – da steht er, der „Jugendverkehrsbeirat“ von Cottbus, noch ohne Legitimation, aber immerhin schon in den Köpfen der Jugendlichen, die am Workshop „Öffentlicher Personennahverkehr“ während der diesjährigen Jugendkonferenz teilgenommen hatten. Fahrradständer an Bus- und Bahnhaltestellen würden sie sich wünschen, eine Entzerrung bei den Zeiten des Schulstarts und Schulendes, um ein bisschen mehr Platz in den Schulbussen zu haben.

Was macht die Stadtverordnetenversammlung eigentlich? Im Politikworkshop hatten die Teilnehmer die Chance, Informationen aus erster Hand zu bekommen – von Vertretern der Cottbuser SVV-Fraktionen. Es gebe bereits Verabredungen, berichten die Schüler. Weitere Treffen mit den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung seien geplant.

Moderne Sanitäranlagen, mehr Abwechslung im Sportunterricht, motiviertere Lehrer – die Liste der Teilnehmer, die sich den Kopf darüber zerbrochen haben, wie Schule interessanter werden könnte, ist lang. An der Spitze steht: mehr Mitspracherecht für die Schüler in Konferenzen der Lehrer und Verantwortlichen.

Die Polizei zu Gast hatten die Jugendlichen, die sich für den Workshop „Zivilcourage und Selbstschutz“ entschieden hatten. Was tun, ohne sich selbst zu gefährden, war die Frage. Dazu gab es Tipps, sich ohne Gewalt gegen Angriffe zu verteidigen. Ja, sie hätten einiges Neues gelernt, sagen die Teilnehmer der Truppe.

Mit der eigenen Abi-Feier haben sich die Jugendlichen im Workshop „Events“ befasst. Ja, das Grundkonzept für die Feier am Leichardt-Gymnasium stehe jetzt, sagen die Schüler während der Auswertung ihrer Arbeit.

Mit Toleranz, Rapmusik und Kunst haben sich weitere Jugendliche in unterschiedlichen Workshops den ganzen Tag über beschäftigt. Die Gruppe „Jugendschutzgesetz“ will noch in diesem Jahr Testkäufe in Supermärkten in der Stadt starten. Das Ziel: Sie will herausfinden, wie leicht es für Minderjährige ist, an Tabak oder Alkohol zu kommen.

Seit 2014 findet die Jugendkonferenz im Zweijahresrhythmus statt. 120 Delegierte von Schulen, aus Vereinen und Clubs im Alter von zwölf bis 21 diskutieren einen Tag lang darüber, wie sie sich in der Stadt einmischen können. Marianne Materna, Jugendbeauftragte der Stadt, hatte bereits im Vorfeld erklärt, dass die Organisation der diesjährigen Konferenz besonders schwierig gewesen sei. Die Veranstalter hätten sehr genau darauf gehört, was die Teilnehmer von der Konferenz erwarteten, um den Tag zum Erfolg zu machen. „Auch wir sind Lernende“, sagte die Jugendbeauftragte in einem Filmbeitrag, der am Ende des Konferenztages im Stadthaus gezeigt wurde. Den übrigens hatte ein weiterer Workshop innerhalb weniger Stunden gedreht, geschnitten und präsentiert. Marian Lachmund vom mitorganisierenden Humanistischen Jugendwerk zog ein deutliches Fazit: Perspektivlos seien die Jugendlichen in Cottbus nicht, die Verantaltung zeige das und sei eine wichtige.