| 15:15 Uhr

Kolkwitz
Was Politik für die Natur tun kann

Der Naturschutzverein Kolkwitz konnte den Bundestagsabgeordneten Dr. Klaus-Peter Schulze zum Gespräch begrüßen
Der Naturschutzverein Kolkwitz konnte den Bundestagsabgeordneten Dr. Klaus-Peter Schulze zum Gespräch begrüßen FOTO: Marion Hirche
Kolkwitz. Kolkwitzer Umweltschützer diskutieren mit Bundestagsabgeordnetem.

Politik so orientieren, dass der Erhalt unserer Tier- und Pflanzenwelt zukünftig besser gewährleistet ist – das war Ziel einer Diskussion im Alten Forsthaus Kolkwitz von Mitgliedern des Naturschutzvereines Kolkwitz, Kolkwitzer Bürgern und dem Mitglied des Deutschen Bundestages Klaus-Peter Schulze (CDU). Schulze ist der Verbindungsmann seiner Fraktion zum Naturschutzbund und studierter Biologe. Einigkeit herrschte in der Diskussion darüber, dass von politischer Seite noch mehr für den Naturschutz getan werden muss.  Der Bundestagsabgeordnete stellte dar, dass sich die zur Verfügung stehenden Mittel in den vergangenen Jahren stetig erhöht haben: „2013 waren es 49 Millionen Euro, 2017 schon 71 Millionen Euro, die für den Naturschutz bundesweit ausgegeben wurden. Ich gehöre zu den Befürwortern, dass sich diese Summe in der jetzigen Legislaturperiode auf einen dreistelligen Millionenbetrag erhöhen muss.“ Die Kolkwitzer Naturschützer berichteten vom großen Verlust der Insektenvielfalt und dramatischen Rückgang der Amphibienzahlen. Der Politiker unterstrich, dass der Erhalt der Insektenarten ein Punkt im Haushaltsplan werden soll: „Es  soll ganz viele kleine Projekte diesbezüglich geben.“

Der Mann aus Berlin hörte auch aufmerksam zu, als es um die ging, die die Naturschutzarbeit leisten. Der Vorsitzende des Kolkwitzer Naturschutzvereines Werner Richter fragte nach Möglichkeiten, hauptamtliche Kräfte zu finanzieren: „Wir haben im letzten Jahr über 5000 Mädchen und Jungen in Projekten und Veranstaltungen betreut. Das kann man nicht mehr ehrenamtlich bewältigen. Wir haben einen guten geeigneten jungen Mann dafür, wissen aber nicht, wie wir seine Arbeitskraft finanzieren können.“ Der Abgeordnete sagte zu, dass er die Gastgeber über vorhandene Fördermöglichkeiten diesbezüglich informieren wird.

Einen großen Stellenwert hatte in dem Gespräch der Austausch über die veränderte Landnutzung und deren Konsequenzen. Es ging um den Einsatz von Pestiziden, um die Umwandlung von Landwirtschaftsflächen in Bauland. Es wurde festgestellt, dass es in Deutschland einfach zu lange dauert, um bereits vorhandene schonendere  Mittel zuzulassen.

Den Vertretern der Kolkwitzer Initiative gegen die Erweiterung der Biogasanlage und der Massentierhaltung in Krieschow konnte der Gast keine befriedigende Auskunft geben. „Für die Erhöhung der Kapazitäten der Anlagen in Krieschow ist ihre Gemeinde zuständig. Die Abgeordneten müssen das genehmigen. Sie müssen diesbezüglich mit den Kommunalpolitikern reden“, sagte Klaus-Peter Schulze deutlich. Aber genau hier liegt der Knackpunkt, denn in den Augen der Vertreter der Initiative interessieren sich die meisten Gemeindevertreter nicht intensiv genug für dieses Problem. „Trotzdem hat der Dialog für mich etwas Wichtiges gebracht. Die Aussage, dass die Bundesregierung eingesehen hat, dass ihre Politik in punkto Biogasanlagen falsch war, ist für mich eine wichtige Erkenntnis, die wir für unsere Argumentation nutzen können. Schlimm ist nur, dass die Kehrtwende diesbezüglich für uns zu spät kommt. Aber wir geben nicht auf“, betonte  Lothar George von der Bürgerinitiative gegen die Erweiterungen in Krieschow. Die Kolkwitzer Naturschützer wollen eine Initiative  zur EU-Konsultation zum Rückgang der Bestäuberinsekten starten. Der Bundestagsabgeordnete sagte diesbezüglich sein Mitwirken zu.

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