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| 19:52 Uhr

Wespenplage in Cottbus
Ohne Stich durch den Sommer

Zahlreiche Wespen tummeln sich an einem Marmeladenglas. Aber sie lieben nicht nur Süßes, auch an Wurst tun sich die lästigen Tierchen gern gütlich. Foto: dpa
Zahlreiche Wespen tummeln sich an einem Marmeladenglas. Aber sie lieben nicht nur Süßes, auch an Wurst tun sich die lästigen Tierchen gern gütlich. Foto: dpa FOTO: Paul Zinken
Cottbus. Auf der Suche nach Nahrung und Flüssigkeit machen Wespen in diesen heißen Tagen auch vor Bier, Schorle und Wurstbrot nicht Halt. Von Josephine Japke

Kaum auf dem Altmarkt Platz genommen und ein kühles Getränk bestellt, sind sie auch schon da: Wespen. Das anhaltende trockene Wetter macht es den gestreiften Plagegeistern schwer, an Flüssigkeiten zu kommen. Restaurants mit Außenterrasse sind für sie deshalb die erste „Anflugstation“, wie Dr. Werner Richter vom Naturschutzverein Kolkwitz bestätigt: „Wespen wittern Nahrung und die Tiere beobachten sich gegenseitig. Wo einer fündig geworden ist, kommen viele nach.“

Gerade in heißen Sommern, wie diesem, können sich Wespen hervorragend vermehren. So kann schnell das Gefühl entstehen, dass mehr Wespen als sonst unterwegs sind. „Aber das ist für diese Jahreszeit völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung“, sagt auch Andreas Jäkel, Sachbearbeiter in der Unteren Naturschutzbehörde Cottbus. Er prognostiziert, dass wir noch bis in den Oktober hinein Wespen sehen werden, auch wenn sie bis dahin deutlich weniger werden. „Richtig verschwunden sind sie erst, wenn der erste Frost kommt.“

Bis dahin gilt es, Ruhe zu bewahren und sich von den kleinen Tierchen nicht stressen zu lassen. Hektisches Fuchteln macht Wespen nur aggressiv, ebenso pusten. „CO2-haltige Luft ist für sie wie ein rotes Tuch. Besser ist es, sie langsam und vorsichtig wegzuschieben, oder selbst wegzugehen“, erklärt Dr. Werner Richter. Sollte man doch gestochen werden, könnte zerbröselter Spitzwegerich oder die berühmte Zwiebelhälfte auf der Wunde den Schmerz lindern. Kühlung sei immer gut. Sobald allergische Reaktionen auftreten, sollte der Arzt aufgesucht werden.

Eine Möglichkeit, den Tieren aus dem Weg zu gehen, ist es, in vier bis fünf Metern Entfernung ein Ablenkungsgefäß mit Zuckerwasser oder Früchten hinzustellen. Das könnte die Insekten vom eigenen Teller fernhalten. Denn sind sie erst da, wird man sie nicht mehr los. „Noch sicherer ist es nur, Mahlzeiten vor allem zur Mittagszeit in Innenräumen einzunehmen“, sagt Andreas Jäkel.

Übrigens: Wespen und andere Insekten sind fokussiert auf die Farbe Blau, verrät Dr. Werner Richter. Eine Neuausrichtung der Sommergarderobe könnte also ebenfalls helfen.