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| 18:07 Uhr

Peitz
Was Hobby-Historiker von Computerspielen lernen können

Alexander Schötz mit Zuhörer? Konrad Donner und seinem Freund? Philipp Kotzan im Fachgepräch nach dem Vortrag am Freitagabend in Peitz.
Alexander Schötz mit Zuhörer? Konrad Donner und seinem Freund? Philipp Kotzan im Fachgepräch nach dem Vortrag am Freitagabend in Peitz. FOTO: Marion Hirche
Peitz. Alexander Schötz ist 18 Jahre alt und begeistert „Veteranen“ mit Vortrag bei der Veranstaltung des Historischen Vereins zu Peitz. Von Marion Hirche

Die Vortragsreihe des Historischen Vereins zu Peitz zum Ausklang des Winters hat Tradition. Auch 2018 gibt es diese wieder. Den Auftakt machte am Freitagabend im Bedumsaal in Peitz das jüngste Mitglied des Historischen Vereins zu Peitz Alexander Schötz. Der 18-jährige sprach zum Thema „Germania Magna, der Befreiungskampf der Germanen“.  Klar strukturiert und anschaulich war sein Vortrag über  die Erschließung Germaniens durch die Römer, über die  Schlacht im Teutoburger Wald und die Rachefeldzüge des Germanicus. Die rund 40 Zuhörer verfolgten die Sammlung von Fakten über die Zeit kurz vor und kurz nach Christus aufmerksam. Unter ihnen nicht nur einige Mitglieder des Historischen Vereins, sondern auch viele Geschichtsexperten aus der Region. Da war auch Konrad Donner aus Cottbus. Er brachte zum Peitzer Abend auch die Publikation des Brandenburger Denkmalpflegeamtes von 2007 mit: „In Brandenburg wurden ja auch viele Fundstücke aus der Römerzeit ausgegraben.“ Er fachsimpelte mit dem jungen Peitzer und  zusammen erörterten sie, wie die römischen Fundstücke nach Brandenburg gekommen sind. Einig waren sich beide, dass die Münzen der Römer garantiert begehrt zur Schmuckherstellung waren. Allerdings wurde auch deutlich herausgearbeitet, dass die Römer es vor allem auf die Menschen als Sklaven abgesehen hatten bei ihren Eroberungszügen.

Große Anerkennung für Alexander Schötz, der  an der Brandenburger Polizeischule studiert und die höhere Polizeilaufbahn einschlägt, gab es vor allem für die Illustration seines Vortrages. So mancher erkundigte sich, wo der 18-Jährige die Bilder und Karten, die er zeigte, her hat. Das erklärte Alexander Schötz: „Ich habe Gemälde verwendet, habe Filme ausgebeutet. Manches Bild stammt auch aus Computerspielen. Die Karten stammen aus Youtube-Videos.“ Gefragt, wie so ein junger Mann zu so einen Thema kommt, offenbarte er Erstaunliches: „Ich interessiere mich für Geschichte schon seit meiner Grundschulzeit. Viel Wissen habe ich mir durch Computerspiele angeeignet. Man muss historische Strategiespiele spielen, dann kennt man sich auch in der Landkarte um das Jahr Null unserer Zeitrechnung aus.“ Der Vereinsvorsitzende  Christoph Malcherowitz ist stolz auf sein junges Vereinsmitglied: „Er ist seit einem Jahr bei uns und als ich ihn gefragt habe, ob er auch mal einen Vortrag halten will, hat er sofort Ja gesagt. Jetzt freue ich mich, dass er unsere Vereins-Website betreuen wird.“  Der nächste Vortrag über Peitzer Denkmäler findet am 9. März im Bedumsaal statt. Peter Kutics zeichnet dafür verantwortlich.