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| 19:18 Uhr

Tourismus
Kartoffelsorten, Unkrautbowle und Lehmbau

Marcel Beckmann ist Projektbetreuer der Lebenhilfe-Werkstätten „Hand in Hand“, die auf dem Burger Schlossberghof die „Kräuterey“ betreiben. Hier erklärt eine Tafel blinden Besuchern die Naturerlebnisuhr.
Marcel Beckmann ist Projektbetreuer der Lebenhilfe-Werkstätten „Hand in Hand“, die auf dem Burger Schlossberghof die „Kräuterey“ betreiben. Hier erklärt eine Tafel blinden Besuchern die Naturerlebnisuhr. FOTO: Marion Hirche
Burg. Burger Schlossberghof hat in der Saison vielseitiges  Angebot für Touristen.

Der Burger Schlossberghof hat vieles für Touristen zu bieten: Das Gelände in der Nachbarschaft zum Burger Bismarckturm ist ein Ensemble aus Verwaltungsgebäude des Biosphärenreservats Spreewald mit Burg-Ausstellung und Hofladen der Lebenshilfe-Werkstätten,  Lehmhaus mit Kräutermanufaktur und der „Kräuterey“ mit großem Garten.

Seit 2016 ist eine Projektgruppe der Lebenshilfe Werkstätten „Hand in Hand“ auf dem Gelände des ehemaligen Kräuter-und Gewürzpflanzengartens tätig.  Im vergangenen Jahr haben sie neue Beete angelegt, den Teich erneuert. Beeteinfassungen wurden mit Weidengeflecht versehen. „Wir haben hier neun Mitarbeiter und zwei Projektbetreuer im Einsatz. Für unsere Mitarbeiter, die unterschiedliche Behinderungen haben, ist das hier eine ganz besondere Aufgabe. Im Garten kann man sehr gut die Ergebnisse der Arbeit sehen und das ist eine große Motivationshilfe“, betont Sandra Dobenecker, die Projektleiterin. Ihr Kollege  Marcel Beckmann geht noch einen Schritt weiter: „Hier konnten wir sehr gut erleben, wie unsere Mitarbeiter an ihren Aufgaben gewachsen sind. Wie sie nach ihren Anfangsschüchternheiten heute die Waren im Hofladen präsentieren, das ist schon toll.“ Hier gibt es im Verkauf, was in verschiedenen Lebenshilfewerkstätten produziert wird: Holzbausteine zum Spielen,  genähte Taschen,  Teesorten, Marmelade, Sämereien, sogar Vogelhäuser.

In der „Kräuterey“ werden nicht nur Kräuter angebaut, sondern auch  Kartoffeln. „Wir haben dieses Jahr 25 verschiedene alte Kartoffelsorten, noch mal zehn mehr als 2017, die bei uns reifen“, erklärt Marcel Beckmann. Das Getreide, was hier wächst, ist schon höher als er. Der junge Projektmitarbeiter präsentiert aber auch stolz die neue Tafel für blinde Besucher der benachbarten Naturerlebnisuhr, die von den „Lebenshelfern“ angefertigt wurde. Außerdem betont er: „Wir fühlen uns hier auf dem Hof sehr wohl, es gibt ein gutes Miteinander.“ Der Garten ist für Besucher jetzt bis zum Herbst täglich von 10 bis 15 Uhr und am Wochenende bis 17 Uhr geöffnet.

Ab und zu helfen die Gartenleute auch aus, wenn für die Speisen, die Spreewaldkoch Peter Franke täglich in seiner Kräutermanufaktur produziert, mal das eine oder andere Kraut fehlt. Die Küche des redegewandten Kochs ist im Lehmhaus untergebracht. Schon vor dem Gebäude wird jeder Besucher mit Kaisernelken-oder Gewürzsträußen begrüßt. Drin findet man dann ein wahres Kräuterparadies. Unzählige Kräuter werden getrocknet, kleine Fläschchen mit Kräuterölen oder Kräuterschnaps, Gläser mit Kräutersalzen und vieles mehr stehen in den Regalen, können gekauft werden. deren Herstellung erläutert Franke Gästen gern in Kursen. Von Mittwoch bis Freitag gibt es am Nachmittag dazu Angebote. Es gibt Wildkräuterspaziergänge, Mitmachtreffen  zu den Themen „Spreewaldapotheke, Spreewälder Tränen-Bar, Spreewälder Teewerkstatt.

Wie heilsam Kräuter sein können, erklärt Carmen Brannaschk  gern ihren Patienten. Die  Krankenschwester und Heilpraktikerin aus Byhleguhre hat den Schlossberghof auf ihrem täglichen Arbeitsweg nach Cottbus entdeckt. Hier im Annemarie-Schulz-Haus hat sie ihre Naturheilpraxis eingerichtet und ist hier nahezu jeden Nachmittag in der Woche anzutreffen. „Was Besseres als diesen Standort konnte mir nicht passieren. Hier entspanne ich als Erstes, wenn ich von der Arbeit in Cottbus komme und diese Ruhe und Schönheit des Umfeldes schlägt sich auch auf die Verfassung meiner Patienten nieder“.  Wenn sie hier ist, steht auch die Tür zu den Ausstellungsräumen offen. Hier können sich Besucher anschauen, wie Spreewälder vor knapp 300 gelebt haben.  Das Haus stammt aus dem Ort Burg aus dem Jahr 1725. Es wurde Stück für Stück abgetragen und hier auf dem Schlossberghof in Regie des Vereines wieder aufgebaut. Dabei sind auch moderne Gesichtspunkte eingeflossen, die allerdings nicht zu entdecken sind. Jeden Sonntag von 13 bis 17 Uhr sind die Räume dann  offiziell geöffnet und Vertreter der IG Bauernhaus geben Erläuterungen zu diesem ältesten Burger Haus.