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| 18:39 Uhr

Kultur
Von klassisch bis modern

Unterricht in der Cottbuser Musikschule Biller. Carola von Bronk und Michael Klopffleischüben unter Anleitung von Klavierlehrerin Natalie Schauermann
Unterricht in der Cottbuser Musikschule Biller. Carola von Bronk und Michael Klopffleischüben unter Anleitung von Klavierlehrerin Natalie Schauermann FOTO: Isabel Damme
Cottbus. Was Cottbuser Musikschulen alles zu bieten haben. Von Isabel Damme

Der kommende Samstag wird besonders musikalisch, denn verschiedene Cottbuser Musikschulen laden zum Staunen, Kennenlernen und Musizieren ein. Vier Musikschulbesitzer reden über das kommende Schuljahr und ihre neuen Ideen.

„Bei uns wird ein breites Instrumentarium genutzt“, erzählt Gabriel Zinke, der Direktor des Cottbuser Konservatoriums. Das Wahl nach Streich-, Blas- und Tastinstrumenten sei in den letzten Jahren beständig geblieben. Gabriel Zinke fällt jedoch auf, dass die Nachfrage an Keyboardunterricht zurückgegangen sei. „Vor knapp zwanzig Jahren wollte gefühlt jeder dieses elektrische Instrument erlernen.“

Für alle Unentschlossenen steht am Konservatorium das Instrumentenkarussell bereit, um Erfahrungen zu sammeln. Innerhalb von jeweils vier Unterrichtsstunden können Interessierte sich an vier verschiedenen Instrumenten probieren und die zuständigen Lehrer kennenlernen. Laut Gabriel Zinke „verhilft am Ende jedoch oft das Bauchgefühl zur Instrumentenwahl.“

Auch in der Academy of Music wird das neue Schuljahr eingeläutet. Der Leiter Christian Bärwinkel zählt über zwanzig verschiedene Instrumente auf, die erlernt werden können. Am gefragtesten sind und bleiben jedoch die Gitarren- und Klavierkurse. Er erklärt, dass es bei der Wahl des Instrumentes keine perfekte Lösung gebe. „Wenn man kein Trauminstrument hat, muss man einfach probieren, womit man sich am wohlsten fühlt und welcher Lehrer vielleicht besonders sympathisch auf einen einwirkt.“ Dabei spiele vor allem die Art des Spielens eine wichtige Rolle, ob es sich also beispielsweise um ein Blas-, Tasten- oder Streichinstrument handelt.

Neben den jungen Musikern nehmen auch immer mehr Erwachsene die kreativen Bildungsangebote wahr. René Biller von der gleichnamigen Musikschule erklärt: „Viele Erwachsenen erfüllen sich damit ihre vergessenen Kindheitsträume.“ Das Spielen eines Musikinstrumentes bietet einen guten Ausgleich zum stressigen Alltag und fördert das Gehirn. „Dabei finden oft auch Rentner ein neues Hobby für ihre frisch gewonnene Freizeit.“ Für das neue Schuljahr steht im Musikhaus Biller neben den klassischen Angeboten etwas ganz Neues auf dem Plan: eine sorbische Folklore-Musikgruppe. Jung und Alt sollen gemeinsam die heimische Kultur erlernen und mit Gitarre, Mandoline, Geige, Akkordeon oder auch Dudelsack traditionelle Lieder in sorbischer Sprache zaubern. Die hohe Nachfrage an Gitarrenunterricht erklärt er sich so: „Man ist mit diesem akustischen Instrument sehr unabhängig, man kann es problemlos transportieren, auf kleinem Raum und ohne Strom nutzen, sowie zu erschwinglichen Preisen erwerben.“

Die Kulturakademie Niederlausitz (KULa) bietet ab diesem Schuljahr neben dem klassischen Musikunterricht auch moderne Musikkurse an. Bodo Bärwinkel möchte junge Musikeinsteiger bei ihrem Traum zum eigenen Musikvideo oder der eigenen CD helfen. „So viele Kinder möchten sich an eigener Musikproduktion probieren und scheitern dann schlichtweg an einer fachmännischen Beratung und der notwendigen Technik.“  Daher wurde in seiner Musikschule ein neues Tonstudio gestaltet. Derzeit gibt es jeweils zwei Ton- und Videogruppen, die sich an der neuen Technik ausprobieren. Die Kinder lernen alle Grundlagen des Studios, wie man Musik und Text richtig verbindet, die Beats für einen guten Song baut und diesen dann professionell aufnimmt und verfilmt. „Moderne Medien lassen sich super mit der Musik verknüpfen und bieten somit zahlreiche Möglichkeiten sich kreativ auszuleben.“ Zudem soll dieses Schuljahr eine neue Klasse für das Fantasia-Musical eröffnet werden. Für die Kinder steht Singen, Tanzen und Schauspiel auf dem Programm. Die Musicals schreibt Bodo Bärwinkel mit seinem Team speziell für die Gruppen.

Um sich einen besseren Einblick in die vielfältigen Angebote in der Umgebung zu verschaffen, bieten die Musikschulen einen Tag der offenen Tür an. Hierfür sind Jung und Alt dazu eingeladen, sich von musikalischen Programmen verzaubern zu lassen, die Musikräume zu besichtigen, viele spannende Fragen zu stellen und sich selbst mal an den Instrumenten auszuprobieren.